Halbleiter aus dem Brutschrank

Einem US-amerikanischen Gentechniklabor zu Folge sollen Halbleiter bald aus organischem Material hergestellt werden.

Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien steht für Innovation und Hightech. Forschungen des dort ansässigen Start-Ups Cambrios könnte dieses Klischee nun untermauern. Nach Angaben des Gentechnikunternehmens soll die Gewinnung von halbeitenden Kristallen aus Proteinen bald marktreif sein. Das meldet Cnet .

Mike Knapp, CEO bei Cambrios, beschreibt die Vorgehensweise seines Unternehmens bei der so genannten "Biomineralisierung": in einem ersten Schritt werden Viren auf Coli-Bakterien angesetzt. Die Viren attackieren die Bakterien und es entsteht ein neuartiges "Parasitenbakterium". Anschließend wird die Erbsubstanz des neuen Proteins gentechnisch verändert. Es entsteht eine Vielzahl von Varianten des "Parasitenproteins". Diese werden dann vermehrt und auf verschiedene Metalle aufgebracht. Reagieren Metall und Eiweiß miteinander, entstehen Kristalle mit semikondukturellen Eingenschaften, so genannte "Biominerale".

Einen möglichen Einsatzbereich der Biominerale sieht Knapp in der Halbleiterindustrie. Dort könnten sie, in dünnen Filmen übereinander gelegt, teure Materialien, wie Gold, Germanium oder Kobalt, ersetzen. Außerdem sei die Produktion dieser Biomineral-Filme kostengünstiger, weil sie weniger Energie benötigt.

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