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Halbfinale: Trojanische Pferde gegen Viren und Würmer 4:1

07.07.2006 | 15:35 Uhr |

Im ersten Halbjahr 2006 ist der Anteil von Viren und Würmern am Malware-Aufkommen weiter stark gesunken.

Nach einem halben Jahr zieht der Antivirus-Hersteller Sophos eine Zwischenbilanz der Entwicklungen auf dem Malware-Sektor in diesem Jahr. Die Tendenz zeigt bei Viren und Würmern weiterhin nach unten, während Trojanische Pferde ihren Marktanteil verdoppeln konnten.

Online-Kriminelle zielen immer öfter mit Hilfe von Spyware und Trojanischen Pferden auf die Geldbörsen der Internet-Nutzer. Sie erschleichen sich persönliche Daten, die sie dann an andere Kriminelle weiter verkaufen. Diese plündern die Bankkonten oder gehen mit den gestohlenen Kreditkartendaten auf Einkaufstour.

Insgesamt hat Sophos im letzten Halbjahr viermal soviele Trojanische Pferde wie Viren und Würmer beobachtet. Im Vorjahr lag dieses Verhältnis noch bei 2:1. Dazu passt auch der Rückgang infektiöser Mails: Enthielt im Jahr 2005 noch jede 35. Mail einen Virus oder Wurm, war in diesem Jahr bislang nur in jeder 91. Mail Malware zu finden.

Als aktivsten Wurm ermittelte Sophos den bereits im Januar in den Ruhestand getretenen Sober-Z ( CME-681 ) mit einem Anteil von 22,4 Prozent an den infizierten Mails. Der Wurm Netsky-P ist zwar im Juni wieder Spitzenreiter, kommt jedoch in der Halbjahresbilanz mit 12,2 Prozent nur auf dem zweiten Rang. Nach Zafi-B (8,9 Prozent) kommt auf Platz vier Nyxem-D ( CME-24 ), der am dritten Tag jedes Monats Dateien löscht.

Die Malware-Angriffe zielen mittlerweile eher auf eine jeweils kleinere Zahl von Windows-Anwendern. Somit erzeugen die Versender der Schädlinge keine großen Wellen in der Öffentlichkeit, die zu erhöhter Aufmerksamkeit der potenziellen Opfer führen könnten. Benutzer alternativer Computer-Systeme wie Apple Macintosh oder Linux sind kaum Ziel solcher Angriffe, was Unternehmen wie private Anwender nach Meinung von Sophos bei anstehenden Neuanschaffungen berücksichtigen sollten.

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