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Händler erschwindelten Office XP-Lizenzen

02.11.2001 | 14:21 Uhr |

Microsoft wurde anscheinend Opfer einer millionenschweren Betrugsaffäre. Viele Software-Händler sollen unrechtmäßig in den Besitz von verbilligten Office XP-Lizenzen für Endkunden gelangt sein, indem sie Kundenbestellungen vortäuschten. Dies gab Microsoft in einer Presseerklärung bekannt. Der Redmonder Software-Riese überprüft nun zahlreiche Kunden. Einige schwarze Schafen wurden bereits enttarnt.

Microsoft soll Opfer einer millionenschweren Betrugsaffäre geworden sein, so der Konzern selbst. Viele Software-Händler sollen unrechtmäßig in den Besitz von verbilligten Office XP-Lizenzen für Endkunden gelangt sein, indem sie Kundenbestellungen vortäuschten. Dies gab Microsoft in einer Presseerklärung bekannt. Der Redmonder Software-Riese überprüft nun zahlreiche Kunden. Einige schwarze Schafen wurden bereits enttarnt.

Ausgangspunkt des Betrugs ist die sogenannte "Technologie-Garantie-Erklärung von Microsoft für Office". Damit konnten Kunden, die Office 2000 kurz vor der Markteinführung von Office XP bestellt hatten, bis zum 30. September 2001 auf Office XP umsteigen. Bei Vorlage der Rechnungskopie und der Original-CD-Hülle erhielten sie die neuere Office-Version gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr. Dieses Angebot galt jedoch nicht für Händler.

Einige Händler ließen sich von diesem Ausschluss jedoch nicht abhalten und täuschten Endkunden-Bestellungen vor, um sich große Mengen neuer Office XP-Pakete anzueignen.

Microsoft zufolge hatten schon in der Vergangenheit Händler auf Basis einer ähnlichen Garantie neue Produkte zum Preis der Bearbeitungsgebühr erworben, diese dann aber zum Marktpreis illegal weiter vertrieben. Deshalb verzichtete Microsoft für Office XP auf ähnliche Umtauschanträge für Händler. Diesmal waren zum Umtausch auf Basis der Technologie-Garantie nur Endkunden berechtigt, die das Office-Paket für ihre eigenen Zwecke einsetzen.

Die derart ausgetricksten Händler wussten sich im Falle von Office XP zu "helfen". Sie rekrutierten in den letzten Monaten zunehmend in ihrem Verwandten- und Freundeskreis "Endkunden-Besteller". Laut Microsoft wurden bis zu 30 Office XP-Pakete in den Familienverbänden einzelner Firmen umgetauscht.

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