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Häftlinge im Web

19.07.2000 | 21:07 Uhr |

Zur Abschreckung vor Straftaten will ein US-Sheriff per Web-Cam live in eines seiner Gefängnisse blicken lassen.

Zur Abschreckung vor Straftaten will ein US-Sheriff per Web-Cam live in eines seiner Gefängnisse blicken lassen. Informationen von Spiegel Online zufolge plant der als härtester Sheriff der USA geltende Joe Arpaio, die Insassen einer Haftanstalt im Maricopa County im US-Bundesstaat Arizona ab kommender Woche im Internet zu zeigen.

Zwei Videokameras sollen demnach im Gefängnisgebäude montiert werden und den Häftlingsalltag aufzeichnen. Das soll erzieherisch wirken, es wird der Abschreckung dienen, zitiert der Bericht den US-Cop. Bei Menschenrechtsvereinigungen stößt das Vorhaben des umstrittenen Gesetzeshüter allerdings auf kein Verständnis. Das Leben der Gefangenen einem weltweiten Publikum zur Schau zu stellen verletze die Privatsphäre der Insassen, so die Kritik. Sheriff Joe vergisst offenbar, dass viele der Menschen in seiner Obhut nicht einmal verurteilt sind", empört sich Eleanor Eisenberg von Arizonas Bürgerrechtsorganisation.

Sheriff Joe ist mit äußerst harten Haftmethoden in den USA längst zu zweifelhaftem Ruhm gekommen. So wurden Insassen etwa in viel zu heiße Zellen gesteckt oder auch genötigt, in pinkfarbener Unterwäsche herumzulaufen. Wegen angeblicher Misshandlungen von Häftlingen wurde bereits mehrfach gegen die Haftanstalten unter Arpaios Verantwortung ermittelt, so der Bericht. (PC-WELT, 19.07.2000, jas)

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