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Cyber-Attacken kosten Pentagon 100 Millionen Dollar

08.04.2009 | 15:40 Uhr |

Das Pentagon hat in den vergangenen sechs Monaten mehr als 100 Millionen Dollar für die Aufarbeitung von Schäden ausgegeben, die durch Cyber-Attacken aus dem Internet und damit zusammenhängende Netzwerkproblemen entstanden sind.

Wie Kevin Chilton, Head of Strategic Commando beim US-Verteidigungsministerium, im Rahmen einer Cyberspace-Konferenz in Omaha erklärt, sei die Auswertung der durch Internetkriminelle verursachten Schäden noch nicht abgeschlossen. "Das Militär beginnt gerade erst damit, diese Kosten, die durch konstante tägliche Attacken gegen militärische Netzwerkinfrastruktur entstehen, nachzuvollziehen", stellt Chilton laut CBS News klar. Unter der Bedrohung von Hacker-Übergriffen würden aber nicht nur das Pentagon, sondern alle Militärbasen im gesamten Land leiden. Um sich diesem Problem ernsthaft annehmen zu können, müsse die US-Regierung dringend stärker in den Schutz der Militärcomputer investieren, so die Forderung hochrangiger US-Militärs.

"Militärische Einrichtungen - insbesondere Regierungsbehörden wie das Pentagon - sind für Cyber-Kriminelle sehr attraktive Ziele. In puncto IT-Security sind sie daher prinzipiell einer höheren Gefahr ausgesetzt als andere Unternehmen", stellt Martin Penzes, technischer Direktor des ESET-Vertriebspartners Sicontact fest. Die Bedrohung komme dabei nicht nur von privaten Hackern, sondern auch von solchen, die sich im Auftrag fremder Regierungen Zugang zu hochsensiblen Daten verschaffen wollen. "Je heikler die Daten, mit denen ein Unternehmen zu tun hat, desto besser sollte der Schutz für die IT-Infrastruktur sein. Das Pentagon hat in dieser Hinsicht sicher eine sehr strenge Sicherheits-Policy. Dennoch kommt es auch dort immer wieder vor, dass Cyber-Kriminelle eindringen und einigen Schaden anrichten können", erläutert Penzes.

Dass die verantwortlichen US-Militärs angesichts der hohen Reparaturkosten für Cyber-Attacken nun mehr Geld für den Ausbau des Präventivschutzes fordern, sei laut Meinung des Security-Experten sicherlich gerechtfertigt. "Von einem logischen Standpunkt aus ist es natürlich wesentlich sinnvoller, bereits im Vorhinein für den bestmöglichen Schutz der eigenen IT-Infrastruktur zu sorgen, um so die Kosten für Aufräumarbeiten im Nachhinein zu reduzieren", meint Penzes. Dazu würden sowohl technische Maßnahmen als auch die Schulung der Mitarbeiter bezüglich der entsprechenden Gefahren und Verhaltensregeln gehören. Denn auch der beste Anti-Virenschutz und die stärkste Firewall seien noch kein Garant für einen ausreichenden IT-Schutz. "Das schwächste Glied in der Sicherheitskette sind immer noch die User selbst", betont Penzes.

Wie das US-Verteidigungsministerium wissen lässt, wird das ungeheuer große hausinterne Computernetzwerk des Pentagon täglich mehrere Mio. Mal von potenziellen Internet-Kriminellen gescannt und angegriffen. Strategic-Commando-Chef Chilton zufolge ist der Ursprung der Cyber-Angriffe dabei in der Regel sehr unterschiedlich: "Es ist wichtig, dass wir erkennen, dass die Übergriffe sowohl von weniger anspruchsvollen Quellen wie gelangweilten Teenagern als auch von sehr gut durchdachten nationalstaatlich initiierten Attacken und kriminellen Organisationen ausgehen können." Die Motivation hierfür sei breit gefächert und reiche von Vandalismus bis zu Spionage. (pte)

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