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Hacker löst Mail-Lawine aus

28.06.2000 | 11:06 Uhr |

Ein Hacker hat in Deutschland eine neue Mail-Lawine im Internet losgetreten. Millionenfach verschickte, unleserliche elektronische Post mit Anhängen, die nicht geöffnet werden konnten, verstopfte bereits am Wochenende zahlreiche Briefkästen in mehreren Ländern.

Ein Hacker hat in Deutschland eine neue Mail-Lawine im Internet losgetreten. Millionenfach verschickte, unleserliche elektronische Post mit Anhängen, die nicht geöffnet werden konnten, verstopfte bereits am Wochenende zahlreiche Briefkästen in mehreren Ländern. Der Hacker beschaffte sich anscheinend die Mailing-Liste der Suchmaschine witch.de, die die SpeyerNet AG betreibt.

Es wurden mehrere hunderttausend Mail-Adressen entwendet, erklärte Lutz Karolus, Geschäftsführer von SpeyerNet. Mit Hilfe eines Teils dieser Adressen sei über andere Server im Internet eine Flut von "Spam Mails" (siehe Glossar) verbreitet worden. "Das hat sich im Schneeballsystem verbreitet. Einzelne haben bis zu 20 000 Mails bekommen", sagte Karolus. Einige Geschädigte in Bayern und Baden-Württemberg haben bereits Anzeige erstattet.

Auf den betroffenen Rechnern seien keine Daten zerstört worden. Allerdings seien auch Mails über bereits von Viren befallene Server verschickt worden. Auf diesem Weg habe sich möglicherweise auch der Virus "Loveletter" erneut verbreitet, spekulieren Antiviren-Experten.

Laut Karolus wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet. Mittlerweile seien auch Experten des Landeskriminalamts (LKA) und des Bundeskriminalamts (BKA) eingeschaltet. Der Urheber der Attacke sei bislang unbekannt, so Karolus. Im Internet kursierten allerdings Gerüchte, wonach der Hacker ein 14-Jähriger aus Hamburg sein könnte. (PC-WELT, 27.06.2000, dpa/ he)

Die besten Antivirenwächter

Schutz vor Loveletter & Co. (PC-WELT Online, 15.6.2000)

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