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Hacker & Virenautoren sollen in den Knast

13.07.2005 | 14:56 Uhr |

Neue Gesetze und härtere Strafen fordert ein Abgeordneter des britischen Unterhauses für Hacker und Virenprogrammierer. Bis zu zehn Jahre Gefängnis hält der Labourmann für angemessen.

Neue Verbrechen erfordern neue Gesetze und neue Strafen. Das meint zumindest ein Abgeordneter des Parlaments von Großbritannien und will DoS-Attacken zu einem eigenen Straftatbestand erheben, wie die BBC berichtet.

Ganz generell fordert Tom Harris, der für die Labour-Party im britischen Unterhaus sitzt, härtere Strafen für Cyberkriminelle. Konkret sollen Denial of Service-Angriffe, kurz DoS genannt, per Gesetz verboten werden. Bei DoS-Attacken werden Server so lange mit Anfragen überhäuft, bis sie in die Knie gehen. Zudem fordert Harris Gefängnisstrafen für Hacker. Dieser Forderung fehlt es nicht an aktuellem Bezug. Immerhin ist in Deutschland vor wenigen Tagen der Programmierer des Sasser-Wurms nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden (:die PC-WELT berichtete).

Die bisherigen Gesetze Großbritanniens zur Bestrafung von Hackern und gegen die Verbreitung von Computerviren stammen teilweise noch von 1990 und seien deshalb nicht mehr zeitgemäß, wie der Labour-Mann erklärt. Mittlerweile habe sich das Bild des Hackers und Virenprogrammierers gewandelt. Die Virenschreiber seien jetzt Teenager, die von ihren Schlafzimmern aus Viren programmieren würden und damit unter Umständen Schäden in Milliardenhöhe anrichten. Darauf müsste der Gesetzgeber reagieren und das Strafmaß am Schadensausmaß orientieren.

Jugendliche Programmierer dürften nicht mehr mit harmlosen Jugendstrafen wie gemeinnütziger Arbeit davon kommen, sondern sollten hinter Schloss und Riegel. Als maximales Strafmaß für Hacker schweben dem Abgeordneten zwei Jahre Gefängnis vor. Wer unerlaubt Änderungen an PCs vornimmt – zum Beispiel über Backdoor-Programme – solle für bis zu zehn Jahre hinter Gitter.

Harris Vorschläge scheinen bei der britischen Regierung durchaus auf offene Ohren zu stoßen. Man wolle über eine Anhebung der Strafen nachdenken, war von einem Regierungssprecher zu hören.

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