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Hacker-Paradies auf Nordseeinsel

07.06.2000 | 12:52 Uhr |

Einen Online-Dienst für illegale Internet-Inhalte plant eine Firma im unabhängigen Inselstaat Sealand bei England. Auf ihren Servern sollen sich Websites speichern lassen, die in anderen Ländern illegal sind - etwa Online-Banking- oder Glücksspiel-Angebote.

Das kleinste Land der Welt hat große Pläne: Auf der winzigen Nordseeinsel Sealand plant die Firma HavenCo einen autonomen Online-Dienst für illegale Internet-Inhalte. Wie der Branchendienst Wired News berichtet, wollen die findigen Unternehmer Kunden bedienen, die etwa ihre elektronische Post staatlicher Beobachtung entziehen wollen. Zum anderen sollen auf den HavenCo-Servern Sites abgelegt werden können, die in anderen Ländern illegal sind - Glücksspiel-Angebote. Die Firmengründer weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, weder Obszönitäten noch Werbe-Spams in ihrem Service zu dulden.

Kritiker befürchten bereits, die Nordsee-Plattform könnte sich zu einem Eldorado für Cyberterroristen und zur Ausgangsbasis für Hackerattacken entwickeln. Die Unternehmer auf Sealand haben sich vorsichtshalber schon mit Lebensmitteln und Benzin für ein Jahr eingedeckt, um gegen eventuelle Blockaden gewappnet zu sein.

Die gerade mal 10 auf 25 Meter große Insel Sealand liegt rund sechs Meilen vor der englischen Küste und wurde 1968 von einem britischen Gericht zu einem unabhängigen Staat erklärt. Der HavenCo-Service soll im September starten. (PC-WELT, 07.06.2000, jas)

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