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Hacker-Großangriffe im Internet

Nach dem Hacker-Angriff auf Yahoo sind auch weitere der welt

Nach dem Hacker-Angriff auf Yahoo sind auch weitere der weltgrößten Websites attackiert worden. Betroffen davon waren eBay.com, Amazon.com, CNN.com und der amerikanische Onlinehändler buy.com.

Alle wurden Opfer von "distributed Denial-of-Service"-Attacken (siehe Glossar), bei denen die Webserver in einer koordinierten Aktion gleichzeitig von mehreren Rechnern aus mit einer Unmenge von Anfragen und Daten bombardiert werden, so dass die Systeme schließlich zusammenbrechen. Die Angriffe wurden anscheinend von speziellen Hackerprogrammen koordiniert, die es erlauben, die Angriffe von sehr vielen Rechnern aus gleichzeitig zu starten.

Vom FBI werden die Attacken als äußerst gefährlich eingestuft. Der Behörde liegen Berichte vor, die beschreiben, wie Hacker in fremde Netzwerke eindringen und dort Programme installieren, die großangelegte Aktionen ermöglichen. Die notwendigen Programme, sogenannte "distributed denial of service (DDOS) Tools", stehen öffentlich im Internet.

Nach FBI-Angaben kann solchen Angriffen schwer vorgebeugt werden. Selbst die Site des FBI war vergangenes Jahr aufgrund eines solchen Hackerangriffs für mehrere Tage nicht online. Während sich Angriffe von einzelnen Rechnern aus leichter abwehren lassen, ist es bei einer verteilten Attacke für das Opfer schwieriger herauszufinden, welche Anfragen ignoriert werden sollten.

Die wirtschaftlichen Schäden sind schwer kalkulierbar, die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen blieben vorerst stabil, aber ein Vertrauensverlust bei Anlegern und Kunden wird bleiben. Yahoo hatte selbst nach der Abwehr der unmittelbaren Attacke noch mit den Folgen zu kämpfen (siehe Nachricht "Nach Attacke: Geister-Mails von Yahoo" von heute). (PC-WELT, 09.02.2000, tro)

Hacker legt Yahoo lahm (PC-WELT Online, 08.02.2000)

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