13.09.2011, 15:37

Hans-Christian Dirscherl

Diskussion um Android, WebOS, Bada

Planen HTC und Samsung die Scheidung von Android?

Das grüne Android-Männchen steht bei HTC und Samsung vielleicht auf der Abschussliste

HTC will ein OS für mobile Geräte kaufen, Samsung besitzt bereits ein eigenes Smartphone-Betriebssystem – nämlich Bada. Marktbeobachter spekulieren nun über die mögliche Trennung von Google Android.
HTC hat erklärt, dass es ein Betriebssystem für Smartphones und Tablet-PCs kaufen und weiterentwickeln will. Dabei scheint auch der Kauf von HP WebOS zur Diskussion zu stehen. Samsung wiederum entwickelt eifrig sein eigenes Betriebssystem Bada weiter und stellte erst kürzlich wieder einige neue Bada-Smartphones aus der Wave-Familie vor. Der App-Store für Bada wächst ebenfalls kontinuierlich.
Da stellt sich die Frage, weshalb HTC Geld für ein mobiles OS ausgibt, wenn es doch Android und Windows Phone 7 nutzen kann. Und weshalb Samsung auf eigene Kosten ein Betriebssystem weiter entwickelt, obwohl es ebenfalls Android und Windows Phone 7 zur Verfügung hat.

Android: Google als Konkurrent, Patentstreitigkeiten, Lizenzgebühren

In diesem Zusammenhang spielt vielleicht eine Rolle, dass Google den Smartphone-Hersteller Motorola übernimmt. Und damit selbst zum Hardwarehersteller und damit zum Konkurrenten von HTC und Samsung wird. Zudem könnten Motorola-Smartphones bevorzugt eine neue Android-Version bekommen, während konkurrierende Smartphone-Hersteller noch warten müssten.
Vielleicht sind die beiden asiatischen Unternehmen auch genervt von den vielen Patentstreitigkeiten und den Lizenzforderungen, die durch Android entstehen (Microsoft beispielsweise verdient an vielen verkauften Android-Smartphone mit, weil es Lizenzgebühren für eingetragene Microsoft-Patente verlangt, die in Android-Smartphones genutzt werden).
Gegen eine Trennung von Android sprechen die bisher getätigten Investitionen; sowohl HTC als auch Samsung haben bereits viel Geld für Android ausgegeben und bisher vom Android-Erfolg profitiert. HTC war noch vor wenigen Jahren eine Marke, die nur Insider kannten; heute zählt HTC zu den bekanntesten Smartphonemarken überhaupt – dank einiger sehr gelungener Android-Smartphones wie dem Desire. Und Samsung hat mit dem Galaxy S und dessen Nachfolger Galaxy S2 nicht nur Top-Androiden im Angebot, die sich hervorragend verkaufen, sondern produziert für Google auch das derzeitige Google-Handy Google Nexus S (das erste Google-Handy, nämlich das Google Nexus One, wurde noch von HTC hergerstellt).

Samsung entwickelt Bada weiter

Die ersten Bada-Smartphones stellte Samsung im Jahr 2010 vor. Also lange vor der Übernahme Motorolas durch Google. Die Wave-Modelle mit Bada bekamen durchaus gute Kritiken. Bada lässt sich einfach bedienen und ist zudem Open Source. Bada-Smartphones bieten Super-AMOLED-Bildschirme, HD-Video und leistungsfähige Prozessoren. Mit Bada 2.0 kommt zudem vollwertiges Multitasking, NFC und der Chatdienst ChatON hinzu.
HTC wiederum  betont in Zusammenhang mit seiner Kaufabsicht, dass man bestimmte Dinge beim Smartphone anders machen möchte als die Konkurrenz. Unter anderem durch die Weiterentwicklung von Sense, einer intuitiven Oberfläche für Android. Wer zudem WebOS kauft, kann vielleicht darauf setzen, dass treue Palm-Fans bereit sind, neue Smartphones und Tablets mit WebOS zu kaufen. Denn Palm stand ja sozusagen Pate für WebOS.

Google, HTC und Samsung konkurrieren bei Content

Wenn HTC und Samsung künftig nicht nur Hardware produzieren, sondern auch Content liefern wollen (HTC baut hierzu ja seinen Sense-Dienst bereits aus), dann treten beide Unternehmen in Konkurrenz zu Google. Google, HTC und Samsung würden also künftig bei Hardware und Content (Video- und Musik-Angebote, um zwei Beispiele zu nennen) konkurrieren. Das ist keine gute Ausgangssituation für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Für die Kunden bedeutet Konkurrenz normalerweise einen Vorteil: Mehr Innovationen und bessere Preise. Doch eine Defragmentierung bei den mobilen Betriebssystemen kann auch von Nachteil sein und die Kunden verwirren: Android, iOS, BlackBerry OS, Windows Phone 7, Bada, WebOS – wer blickt da noch durch?
Fakt ist: Weder von HTC noch von Samsung gibt es eine konkrete Aussage zur künftigen Smartphone-Strategie. Damit bleibt viel Raum für Spekulationen.
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