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Auslandsgeschäft lässt Kasse klingeln

Der Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) hat seinen Ertrag im zweiten Quartal dank eines positiven Auslandsgeschäfts gesteigert.

Wie HP bekannt gab, kletterte der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,70 Dollar im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 0,87 Dollar. Unter dem Strich blieben dem Konzern, der unlängst angekündigt hat, den IT-Dienstleister EDS zu übernehmen, nach 1,8 Mrd. im Vorjahresquartal nun 2,1 Mrd. Dollar. Zudem legte der Umsatz um elf Prozent auf 28,3 Mrd. Dollar zu. Angefacht von den EDS-Spekulationen und den positiven Quartalszahlen stiegen die Anteilsscheine nachbörslich um rund ein Prozent. Da Analysten zuvor einen bereinigten Gewinn je Aktie von nur 0,85 Dollar prognostiziert hatten, bestätigte HP seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr. Darüber hinaus hofft HP auf Zuwächse durch den bevorstehenden EDS-Kauf.

Insider sehen in der geplanten Übernahme des IT-Unternehmens EDS für HP die Option, mit einem Schlag den Umsatz aus dem IT-Service-Geschäft mehr als zu verdoppeln. Beim erfolgreichen Abschluss der Kaufverhandlungen, die für die EDS-Aktionäre 25 Dollar pro Papier vorsehen, würde HP im Computer-Dienstleistungsgeschäft zum Marktführer IBM aufschließen und seine Stellung als globales Technologie-Unternehmen ausbauen. Die bereits von HP und EDS unterzeichnete verbindliche Kaufvereinbarung entspricht einem Kaufpreis von insgesamt 13,9 Mrd. Dollar. Da die Aufsichtsräte beider Unternehmen die Akquisition einstimmig beschlossen haben, soll diese in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen.

So legt HP alle Wachstumshoffnungen derzeit in EDS, weil das PC-Segment in den ersten drei Monaten einen Anstieg von 16 Prozent verbuchte. Da die Bereiche Scanner, Kopierer und Drucker sechs Prozent zulegten, spekuliert HP darauf, neue Vertriebswege zu erschließen und die Produkte und damit verbundene Service-Leistungen direkt an den EDS-Kundenstock weiterzugeben. Bislang fuhren allein die HP-Dienstleistungen ein Plus von zwölf Prozent ein. Analystin Jane Snorek von First American Funds zeigte sich unterdessen zufrieden von der besseren Entwicklung der Druckersparte, die 60 Prozent der HP-Gewinne einbringe, schreibt die Financial Times Deutschland. Von der in Branchenkreisen als sicher geltenden EDS-Übernahme könnte der HP-Umsatz von 113,5 Mrd. auf bis zu 114,4 Mrd. Dollar anschwellen.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf HP-Konzernkreise berichtet, trug vor allem das Auslandsgeschäft massiv zum Erfolg des Quartalsergebnisses bei. So kamen allein rund 70 Prozent der Erlöse aus dem Ausland wie China, Brasilien, Indien und Russland. Umsätze in diesen Regionen stiegen um satte 26 Prozent und erhöhten die HP-Bilanz um rund zehn Prozent. Wie erwartet nur leicht ansteigend war das Nordamerika- und US-Inlandsgeschäft mit einem leichten Wachstum von zwei Prozent. "Das ist die geringste Wachstumsrate, die wir bisher gesehen haben", zitiert das Wall Street Journal Sanford Bernstein & Co-Analyst Toni Sacconaghi. "Aufgrund der Finanzkrise und des hohen Ölpreises sind die Konsumenten in den USA derzeit eher zurückhaltend bei den Neuinvestitionen. Es bleibt daher abzuwarten, welchen langfristigen Einfluss dies auf US-Konzerne wie HP haben wird", so Tina Hecking-Veltman von der Hamburger Sparkasse . (pte/jp)

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