HD-Telefonie

Telefonieren in Hifi-Qualität - Tipps & Hintergründe

Mittwoch den 01.07.2009 um 16:33 Uhr

von Daniel Behrens

Mit HD-Telefonie soll Internet-Telefonie (VoIP) sein schlechtes Image der schlechten Sprachqualität endgültig ablegen und seine Stärken gegenüber herkömmlichen Telefonen ausspielen. Wir erklären, was hinter dem Begriff "HD-Telefonie" steckt.
HD-Telefonie am Beispiel Fritzfon MT-D
Vergrößern HD-Telefonie am Beispiel Fritzfon MT-D
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Um das Thema VoIP, also Telefonieren übers Internet, ist es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden - der VoIP-Hype von vor 3 Jahren hat sich gelegt. Mit der neu eingeführten HD-Telefonie könnte das Interesse an VoIP wieder steigen. Sie verspricht Telefonieren in Hifi-Qualität. War es also erst nur das Preisargument, das VoIP so populär machte, so ist es nun die hohe Sprachqualität.

Grundlage für HD-Telefonie, auch HDSP genannt, ist der Sprachcodec G.722. Ein Codec kodiert und komprimiert Daten oder Signale - in diesem Fall die Sprachsignale - auf der einen Seite und decodiert und dekomprimiert sie auf der anderen Seite. Der Codec G.722 besitzt eine mit 16 KHz doppelt so hohe Abtastrate wie die Standard-VoIP-Codecs G.726 und G.711. Der Frequenzbereich liegt statt bei 300 bis 3400 Hz (G.711) beziehungsweise 200 bis 3400 Hz (G.726) zwischen 50 bis 7000 Hz. Das entspricht eher dem natürlichen Klangspektrum eines Gesprächs. In der Praxis bedeutet das: Eine deutlich bessere VoIP-Sprachqualität bei immer noch moderatem Bandbreitenbedarf von brutto 100 KBit/s. Eine Klangdemo von HD-Telefonie (HDSP) bietet Siemens Gigaset auf seiner Homepage. Auch auf der AVM-Website kann man den Unterschied zwischen normalem Telefongespräch und HD-Telefonie hören.

Um ein HD-Telefonat führen zu können, müssen allerdings sowohl die Telefone als auch die VoIP-Provider beider Gesprächspartner den G.722-Codec unterstützen. Im Idealfall sollten beide den gleichen VoIP-Anbieter nutzen, damit es problemlos klappt. Außerdem ist so gesichert, dass das Gespräch kostenlos ist.
Außerdem müssen das Download- und vor allem das Upload-Tempo Ihres Internet-Anschlusses mindestens 100 KBit/s liefern. "DSL light" mit einem Upstream von 64 KBit/s scheidet also aus.

Folgende Hardware unterstützt HD-Telefonie (Auswahl):

Folgende deutsche VoIP-Provider unterstützen HD-Telefonie:

Wer seinen DSL- und Telefon-Anschluss bei 1&1 hat, kann also bereits, unter den oben angegebenen Voraussetzungen, HD-Telefonie betreiben. Kunden anderer Provider können sich einen kostenlosen Sipgate-Basic-Account zulegen. Wenn Sie keine Flatrate ins deutsche Festnetz benötigen, achten Sie darauf, im zweiten Bestellschritt "spigate basic ohne flat" auszuwählen.

Wir haben HD-Telefonie in Verbindung mit Sipgate und dem Fritzfon MT-D getestet und liefern Ihnen einen ausführlichen Bericht.

Wer sich über die Hardware und Provider-Voraussetzungen für HD-Telefonie keine Gedanken machen möchte und sich damit begnügt, per Headset zu telefonieren, kann das auch per Skype in hoher VoIP-Audioqualität tun. Hierfür ist es nur nötig, dass auch das Gegenüber Skype und ein gutes Headset benutzt.

Mittwoch den 01.07.2009 um 16:33 Uhr

von Daniel Behrens

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