196760

HD-DVD vs. Blu-ray: Im Hintergrund wird an Kombigeräten getüftelt

Spätestens Ende des Jahres werden Anwender ratlos vor den Regalen stehen und sich fragen, in welche Technologie sie ihr sauer verdientes Geld stecken sollen: HD-DVD oder Blu-ray. Eine Lösung für dieses Problem könnten Kombi-Laufwerke sein, die beide Formate unterstützen. Im Hintergrund wird offenbar bereits an solchen Geräten gearbeitet, offiziell ist aber noch nichts. Zudem sind die technischen Hürden nicht unbeträchtlich.

Der drohende Krieg der Formate um die Nachfolge der DVD wird möglicherweise doch noch entschärft. Während die zwei rivalisierenden Standards Blu-ray und HD-DVD unmittelbar vor der Markteinführung stehen, wird nach Informationen aus der Elektronik-Branche im Hintergrund an Kombi-Laufwerken gearbeitet, die Silberscheiben beider Formate abspielen können. Auch ein Name wird auf der Computermesse CeBIT in Hannover genannt: "Ultra-Multi" werde der Hybrid heißen, und er könne schon dieses oder kommendes Jahr auf den Markt kommen.

Obwohl viele Verbraucher gerade erst von der Videokassette zur DVD gewechselt sind, könnte ein Nachfolger schneller gefragt sein als vielfach angenommen. Schließlich sind jetzt schon 60 bis 70 Prozent der TV-Geräte im Handel bereit für das hochauflösende Fernsehen mit seinem deutlich schärferen Bild. Und die heutige DVD mit ihrer Kapazität von maximal rund neun Gigabyte ist für die Datenmengen der HD-Ära (High Definition) hoffnungslos zu klein.

Während der Bedarf an einem DVD-Nachfolger wächst, steckt die Branche in einem Dilemma: Die Verfechter beider Standards halten ihre Lösung für die bessere. Kurz gesagt ist HD-DVD die günstige Lösung und die Blu-ray-Disc bietet mehr Platz. Die Verbraucher haben sich allerdings daran gewöhnt, von der CD bis zur DVD alle möglichen Scheiben in ein Laufwerk stecken zu können. Möglicherweise würden sie also abwarten wollen, bis ein Format zum Standard wird. Bei der bislang letzten Format-Schlacht vor gut 20 Jahren hatte es aber Jahre gedauert, bis sich die von JVC entwickelte VHS-Videokassette gegen den technisch ausgeklügelteren Betamax-Standard von Sony durchgesetzt hatte.

Auch die Filmindustrie ist überhaupt nicht begeistert von der Perspektive, mit doppeltem Aufwand Filme in zwei Versionen auf den Videomarkt werfen zu müssen, der angesichts sinkender Kino-Einnahmen immer wichtiger wird. Entsprechend stark sei der Druck aus Hollywood, den Streit doch noch irgendwie beizulegen, heißt es in der Branche.

0 Kommentare zu diesem Artikel
196760