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Cobain-Witwe will Activision verklagen

13.09.2009 | 14:39 Uhr |

Courtney Love, skandalträchtige Witwe des Sängers der US-Kult-Rockband Nirvana Kurt Cobain, will den Videospiel-Publisher Activision verklagen. Ausschlaggebend für die aktuelle Aufregung ist die Verwendung ihres 1994 verstorbenen Ehemanns als virtuelle Spielfigur im kürzlich erschienenen fünften Teil der erfolgreichen Musikspiel-Reihe "Guitar Hero".

Laut Bericht der Los Angeles Times hat Love zwar schon vor der Veröffentlichung des Games über das Auftauchen Cobains im Spielgeschehen gewusst. Stein des Anstoßes der Kritik, die sie derzeit lauthals im Internet verbreitet, ist aber vor allem die Art und Weise, wie ihr verstorbener Gatte nun im Spiel dargestellt und eingesetzt wird. Diese sei "ekelerregend", entspreche der Sängerin und Schauspielerin zufolge nicht den vereinbarten Vertragsbedingungen und schade dem Image des berühmten Nirvana-Frontmanns.

Um ihrem Unmut Luft zu machen, greift Love dabei vor allem auf die Micro-Blogging-Plattform Twitter zurück, auf der sie bereits seit geraumer Zeit einen eigenen Account besitzt. "Für das Protokoll: Dieser Guitar-Hero-Mist verstößt gegen Verträge und wir werden dagegen angehen und angemessen vorgehen", schreibt die Cobain-Witwe erbost. Dass ihr verstorbener Mann derart in einem Videospiel zur Schau gestellt wird, sei für sie "ein wahrer Albtraum". Zur Wahrung des Ansehens ihres Gatten will Love auch nicht vor rechtliche Schritten zurückschrecken und kündigt an, gemeinsam mit ihren Anwälten Klage gegen Activision einzureichen.

Mit ihrer Kritik an der Art der Einbeziehung Cobains im neuen " Guitar Hero "-Teil ist Love allerdings nicht alleine. Auch Krist Novoselic und Dave Grohl, zwei ehemalige Bandkollegen des Nirvana -Sängers, haben sich mittlerweile dem Protest der Witwe angeschlossen. In einem von ihren Presseagenten veröffentlichten Statement beschreiben sie die virtuelle Darstellung im Videospiel als "abstoßend und sehr unzufriedenstellend". Man sei zwar darüber informiert gewesen, dass Cobain in "Guitar Hero 5" auftauchen werde. Dass der entsprechende Spielcharakter von den Gamern freigeschaltet werden kann, um Songs anderer Bands wie etwa Bon Jovi nachzuspielen, sei aber dann doch zuviel des Guten. "Wir ermahnen Activision, das Richtige zu tun und Kurts Spielfigur wieder zu sperren, um so etwas zu verhindern. Er hat besseres verdient", stellen Novoselic und Grohl klar.

Activision will die geäußerte Kritik aber anscheinend nicht auf sich sitzen lassen und lässt in einer ersten Reaktion wissen, dass man sich im Zusammenhang mit der Verwendung Cobains in "Guitar Hero 5" keinerlei Schuld bewusst sei. "Activision hat sich die notwendigen Rechte vom Cobain-Nachlass in Form einer schriftlich getroffenen Übereinkunft gesichert, die auch von Courtney Love unterschrieben worden ist. Darin wird unter anderem auch klar festgehalten, dass ein Abbild Kurt Cobains als vollständig spielbarer Charakter in 'Guitar Hero 5' verwendet werden darf", so ein Activision-Sprecher gegenüber der Los Angeles Times. (pte)

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