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Umweltfreundliches Marketing im Trend

21.04.2009 | 10:46 Uhr |

Umweltfreundliche Marketingkampagnen entwickeln sich zum Mainstream-Trend.

Immer mehr Produkte werden als "grün" beworben und die Verkaufszahlen für nachhaltig produzierte Waren steigen stetig an. Wie aktuelle Zahlen von Datamonitor belegen, wurden in den USA in diesem Jahr bereits 458 Artikel auf den Markt gebracht, die zumindest den Anspruch erheben, "umweltfreundlich" oder "nachhaltig" zu sein. Sollte dieser Trend anhalten, würden 2009 drei mal so viele "grüne" Kampagnen starten als noch im Vorjahr, berichtet das Branchenmagazin Advertising Age. Hinzu kommt, dass sich der Bereich bislang überraschend rezessionsresistent entwickelt und die Menschen trotz Krise bereit zu sein scheinen, für umweltfreundliche Produkte Geld auszugeben.

Hierzulande besteht der Trend zu umweltbewussten Artikeln bzw. einer solchen Vermarktung bereits deutlich länger, wie Bernd M. Michael, Präsident des Deutschen Marketingverbandes , gegenüber pressetext betont. "In diesem Fall schließen sich die Amerikaner ganz klar uns an und liegen dabei noch lange nicht auf jenem Niveau, das in Deutschland in Sachen Umweltbewusstsein gilt", so Michael. Allerdings gebe es für die Menschen in Zeiten der Krise wichtigere Themen, wodurch umweltfreundliche Produkte etwas in den Hintergrund gerückt würden. "Sogenannte grüne Waren werden zwar weiterhin gekauft, jedoch nur solange sie nicht teurer als andere, herkömmliche Produkte sind", erklärt Michael im Gespräch mit pressetext und hält es auch für den amerikanischen Markt unwahrscheinlich, dass für Bio-Produkte trotz höherer Kosten weiterhin konstant Geld ausgegeben wird.

"Die gute Nachricht ist, dass sich umweltfreundliche Waren im Allgemeinen besser verkaufen als die meisten anderen Kategorien", meint hingegen Jeffrey Hollender, CEO von Seventh Generation, einem der führenden US-Unternehmen für umweltbewusste Haushaltswaren. Auch Nielsen-Erhebungen zeigen, dass Produkte, die als nachhaltig beworben werden, sich trotz höherem Preis durchwegs gut verkaufen. Der Absatz von Biolebensmittel beispielsweise ist im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise um 5,6 Prozent gestiegen ist. Obwohl die Wachstumsraten mit Ende des Jahres schwächer wurden, gab es im Dezember immer noch ein Plus von sieben Prozent - deutlich mehr als im herkömmlichen Handel.

"Es sieht so aus, als würde dieser grüne Trend die Rezession überleben", meint Tom Vierhile, General Manager Produktanalyse bei Datamonitor. In den vergangenen Jahrzehnten habe es bereits immer wieder "grüne Wellen" gegeben, die dann allerdings durch Krisen beendet worden seien. "Diesmal verhält es sich anders als in der Vergangenheit. Es scheint, dass das umweltbewusste Gedankengut diesmal sehr viel gefestigter ist", so Aric Melzel, Brand Manager bei Scott Paper. Das Interesse an umweltfreundlichen Waren hat sich laut den Branchenkennern inzwischen auch bei der Masse - jenseits der typischen Kernzielgruppe von umweltbewussten Konsumenten - durchgesetzt.

Ein Geheimnis des Erfolgs von "grünen" Kampagnen ist laut Vierhile der Wunsch der Hersteller, bei den Produktionskosten zu sparen. Hinzu kommt, dass Handelsketten wie Walmart darauf bedacht sind, umweltfreundliche Waren erschwinglich zu machen bzw. zu halten. Um Erfolg zu haben, gelte die Prämisse, dass die Konsumenten weder bei Güte noch Preis Opfer machen müssen und trotzdem umweltbewusst einkaufen können, meint Melzel. (pte)

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