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Großbritannien: Fotos von Kinderschändern sollen ins Internet

25.04.2006 | 11:27 Uhr |

Großbritannien setzt bei der Jagd auf Kinderschänder verstärkt auf das Internet. In Zukunft sollen die Fotos von untergetauchten Päderasten im Internet veröffentlicht werden.

Prangerlisten im Internet - auf denen beispielsweise Sexualstraftäter abgebildet und beschrieben werden - sind umstritten. Großbritannien vertraut aber auf diese Methode und will die Bilder von flüchtigen Pädophilen im Web veröffentlichen, wie The Guardian schreibt.

Konkret geht es dabei um Mugshots - so bezeichnet man im englischen Sprachraum die Fotoaufnahmen von Personen bei der polizeilichen Erfassung - von verurteilten Pädophilen, die untergetaucht sind. Nach behördlichen Schätzungen kennt die Polizei von zirka drei Prozent der rund 30.000 erfassten Sexualstraftäter nicht deren aktuellen Aufenthaltsort. Zirka 100 dieser untergetauchten Straftäter werden als gefährlich eingestuft.

Das staatliche "Child Exploitation and Online Protection Centre" ( Ceop ) will die Veröffentlichung der Straftäter-Fotos im Internet vorantreiben, obwohl diese Strategie durchaus umstritten ist. Gegner dieser Vorgehensweise weisen auf die Gefahr hin, dass Unschuldige mit ähnlich aussehenden Straftätern verwechselt werden und angegriffen werden könnten. Zu solchen Verwechslungen kam es in der Vergangenheit bereits in den USA, wo mitunter die Daten und Bilder von Sexualstraftätern im Internet veröffentlicht werden. Im Bundesstaat Maine wurde eine Triebtäterdatenbank bereits offline genommen, nachdem zwei der dort registrierten Personen erschossen wurden .

Die Ceop hat ihre Arbeit am 25.4.2006 offiziell begonnen. Die Behörde will außerdem aktiv nach Kinderschändern im Internet fahnden. Dafür will sie Lockvögel einsetzen: Speziell geschulte Polizisten sollen sich in einschlägig bekannten Chatrooms als Kinder ausgeben und so die Aufmerksamkeit von potenziellen Päderasten erregen. Denn gerade in den beliebten Chatrooms suchen sich Kinderschänder ihr jungen Opfer, wie die Polizei weiß.

Als weitere Maßnahme im Kampf gegen Päderasten sieht die Ceop Schulungsmaßnahmen für junge Leute. Ihnen soll erklärt werden, wie man das Internet sicher nutzt und nicht in die Fänge von Verbrechern gerät.

Die Ceop arbeitet mit Experten aus der Industrie zusammen und wird unter anderem von Microsoft unterstützt.

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