27.03.2006, 10:23

Hans-Christian Dirscherl

Größere Probleme mit Vista als bisher vermutet?

Die Entwicklung von Windows Vista läuft nicht wirklich rund, wie der verschobene Verkaufsstart und der Wechsel an der Spitze der Windows-Sparte beweisen. Jetzt gibt es weitere Hinweise dafür, dass Microsoft mit unerwartet großen Problemen bei der Fertigstellung des neuen Betriebssystems zu kämpfen hat. Angeblich müssen bis zu 60 Prozent des Codes überarbeitet werden.

Microsoft hat offensichtlich größere Probleme mit Vista, als der Konzern bisher zugegeben hat. Betatester von Windows Vista berichteten nämlich, dass sich die Weitergabe des Betriebssystems an PC-Hersteller um zwei Monate verzögern werde - obwohl Microsoft bisher nur davon sprach, dass die Entwicklung von Vista um einige Wochen verschieben werde.
Eigentlich sollten die PC-Hersteller Windows Vista am 25. August bekommen. Jetzt ist aber vom 25. Oktober die Rede. Mit der nächsten Community Technology Preview (CTP), die den Beta 2-Testzyklus abschließt, ist erst am 24. Mai zu rechnen. Ursprünglich sollte sie aber schon am 12. April freigegeben werden. Der erste Release Candidate wiederum wurde von Mitte Juli auf den 25. August verschoben.
Aufsehen erregt in diesem Zusammenhang die im Internet kursierende Meldung, dass bis zu 60 Prozent des Codes der Endkundenversion von Vista neu programmiert werden müssen. Microsoft habe demnach bereits Entwickler vom Xbox-Team zu Windows abziehen müssen. Diese sollen besonders an den Entertainment- und Media Center-Funktionen von Vista Hand anlegen.
Alle diese Probleme bei Windows Vista haben Konsequenzen für die in der Kritik stehende Führungsspitze der Windows-Sparte (die PC-WELT berichtete). So soll der von der Office-Entwicklung her bewährte Steven Sinofsky als neuer Senior Vice President der Windows and Windows Live Group die Probleme lösen.
Microsoft hat laut der IT-Nachrichtenseite Betanews.com die Meldung, dass 60 Prozent des Codes neu geschrieben werden müssten, als Spekulation bezeichnet. Ein Dementi sieht aber anders aus, ganz offensichtlich haben die Redmonder tatsächlich größere Probleme mit Windows, als sie zugeben wollen.
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