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Nintendo größter Umweltbelaster

28.11.2007 | 13:43 Uhr |

Im neuen "Guide to Greener Electronics" von der Umweltorganisation Greenpeace, stehen weder Nokia noch Nintendo wirklich gut da. Die Spielekonsolen von Nintendo machen die Japaner zum größten Umweltbelaster.

Anscheinend erreicht Greenpeace genau das, was die Organisation wollte: mehr Umweltbewußtsein auf Seiten der PC- und Handy-Hersteller. Denn schlechte Noten in Umweltfragen sind schlecht fürs Image.

Um den IT-Herstellern nach und nach auf die Sprünge zu helfen, hat Greenpeace in seinem " Guide to Greener Electronics " (PDF-Datei) das umweltfreundliche beziehungsweise -schädliche Verhalten von 18 Herstellern bewertet.

In der sechsten Version (Dezember 2007) muss Nokia seinen 1. Platz abgeben und fällt ins Mittelfeld (Platz 9) zurück. Nintendo ist Schlusslicht und muss sich als größter Umweltbelaster betiteln lassen.

Greenpeace begründet den Absturz von Nokia damit, dass das Unternehmen es verpasste, sein festgelegtes Recycling-Programm genügend zu unterstützen. Ein Greenpeace-Video auf Youtube zeigt beispielsweise, wie ein Nokia-Kunde in Argentinien sein defektes Mobiltelefon zum Recycling abgeben möchte. Die Ladenbesitzerin nimmt das Handy jedoch weder zurück, noch weiß sie, an wen sich der Kunde wenden kann.

Ähnlich Situationen entstanden laut Greenpeace auch in den Philippinen, Thailand, Russland und Indien. In einigen Ländern gab es zwar Informationen über das Programm, jedoch nicht in der Landessprache. Motorola verschlechtert sich im Ranking aus dem selben Gründen wie Nokia. In Russland bietet Motorola sein Recycling-Programm gar nicht erst an, sagt Greenpeace.

Der "Guide to Greener Electronics" beinhaltet neben einem Recycling-Programm mehrere Faktoren, wie beispielsweise auch toxische Stoffe in den einzelnen Produkten der Hersteller.

Zum ersten Mal wurden auch Spielkonsolen auf die Liste der Green-IT genommen. Nintendo ist das erste Unternehmen das Null Punkte bekommt, da sie zum Thema Umweltschutz keine Programme anbieten.

Microsoft bekommt 2,7 von möglichen 10 Punkten, laut Greenpeace aber nur, weil das Unternehmen wenigstens chemische Bestandteile in der Produktion kontrolliert.

Apple verbessert sich um eine Position auf den 11. Platz, weil das Unternehmen verschiedene toxische Stoffe aus den iMacs und iPods reduziert hat. Laut Greenpeace könnte das Unternehmen noch besser dastehen, wenn es sein Recycling-Programm verfeinert und eine Liste der eliminierten Chemikalien auf seiner Webseite erstellt.

Sony Ericsson führt den "Guide to Greener Electronics" gemeinsam mit Samsung an. Beide Unternehmen erreichen 7,7 von möglichen 10 Punkten. Den dritten Platz belegt Sony mit einer Punktzahl von 7,3.

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