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Green Computing: Serverpark dank Wasserkraft

03.07.2007 | 17:30 Uhr |

Ohne große Serverparks gäbe es kein Internet. Die gewaltigen Rechenzentren sind aber zugleich ein Klimakiller wie sonst nur Flugzeuge und Autos. Doch so langsam entdecken die großen Provider das Thema Klimaschutz für sich, Stichwort Green Computing. Wie beispielsweise Strato: Der zweitgrößte europäische Webhoster setzt auf Stromspar-CPUs und Ökostrom. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern kommt auch der Kasse des Unternehmens zu Gute. Und werbewirksam ist es obendrein.

IT und Klimaschutz hängen eng zusammen. Denn neben Auto, Industrie und Flugverkehr sind Serverparks und PCs die größten Klimakiller weltweit: Sie verbrauchen Unmengen von Strom (der oft aus fossilen Rohstoffen gewonnen wird) und erzeugen zugleich Abwärme - beides fördert den Treibhauseffekt.

Webhoster Strato (ein Unternehmen von Freenet ) hat jetzt das Thema Umwelt- und Klimaschutz für sich entdeckt. Nicht nur, weil es sich werbewirksam für das Unternehmens-Image verwerten lässt, sondern auch weil Strato damit richtig Geld sparen kann. Denn Strom belastet bei seiner Produktion - oft - nicht nur die Umwelt, sondern ist obendrein auch richtig teuer (wie viele Privathaushalte angesichts der jüngsten Preiserhöhungen gerade wieder am eigenen Leib erkennen müssen).

Die Datenmenge im Internet verdoppelt sich grob gesagt alle vier Monate. Dadurch steigt der Strombedarf der Rechenzentren ständig, der IT-Sektor macht nach Schätzungen rund 1,2 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus - das entspricht der Produktionsleistung von zirka 18 Atomkraftwerken. Der immense Strombedarf beeinflusst mittlerweile die Standortsuche von Webhostern: So werden manche Rechenzentren in Gebiete mit stark ausgebauter Stromversorgung verlegt, beispielsweise in Regionen, in denen einst eine Industrie mit großem Strombedarf vorhanden war oder immer noch ist.

Außerdem versuchen Unternehmen die Stromkosten zu senken, indem sie Billigstrom aus fossilen Brennmaterialien wie Kohle oder Öl beziehen. Oder auf Strom aus Atomkraftwerken setzen. Doch Strom aus Öl und Kohle schadet dem Klimaschutz: Die CO2-Emission der IT-Industrie ist in etwa genauso hoch wie die des weltweiten Flugverkehrs und macht zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus . Und die Atomenergie ist umstritten und bei vielen Menschen unbeliebt.

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