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Gratis-Tool zeigt Schlafgewohnheiten von Facebook-Nutzern

29.02.2016 | 12:57 Uhr |

Ein findiger Programmierer hat ein Tool veröffentlicht, mit dem Sie die Schlafgewohnheiten ihrer Facebook-Freunde analysieren können. Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie viele Spuren wir unbewusst im Internet hinterlassen.

Sören Louv-Jansen hat ein kostenloses Tool namens fb-sleep-stats veröffentlicht, mit dem man das Schlafverhalten seiner Facebook-Freunde ermitteln und analysieren kann. Voraussetzung für den Betrieb des Tools ist das Javascript-Framework Node.js, eine Anleitung zur Installation und zum Betrieb liefert der Däne mit. Sie müssen außerdem noch die Konfigurationsdatei anpassen. Sobald das Tool gestartet ist, fragt es automatisch alle zehn Minuten die Daten von Facebook ab.

Bei den abgefragten Daten handelt es sich um die Aktivitätsdaten Ihrer Facebook-Freunde. Denn diese sind frei zugänglich.

Unser Bekannter war vor zwei Stunden das letzte Mal auf Facebook aktiv.
Vergrößern Unser Bekannter war vor zwei Stunden das letzte Mal auf Facebook aktiv.

Aufmerksam wurde Louv-Jansen auf diese Informationen, als er im Webfrontend des Facebook-Messengers bemerkte, dass zu jedem Kontakt das Datum von dessen letzter Facebook-Aktivität steht. Louv-Jansen ging der Sache nach und fand auf Facebook die Nutzer-IDs samt den dazu gehörigen Zeitstempeln für deren jeweils letzte Aktivität.

Das Schlafprofil eines Facebook-Freundes.
Vergrößern Das Schlafprofil eines Facebook-Freundes.

Das Tool fragt nun diese frei zugänglichen Daten alle zehn Minuten ab. Als Ergebnis bekommen Sie ein genaues und visualisiertes Profil dazu, wann jemand auf Facebook, in der Facebook-App oder im Facebook-Messenger aktiv war. Daraus kann man den Schluss ziehen, wann er oder sie geschlafen hat. Man erkennt sogar, wenn jemand an Wochenenden oder Feiertagen länger im Bett bleibt als an Werktagen. Natürlich lässt sich dieses Schlafprofil nur für solche Hardcore-Facebook-Nutzer erstellen, die Facebook den ganzen Tag über regelmäßig nutzen.

Mit diesem kleinen Hack zeigt Sören Louv-Jansen zweierlei:

Erstens: Wie viele Daten die Anbieter kostenloser Webdienste über ihre Nutzer sammeln und wie genau deren Nutzerprofile sein können. Darauf kann man dann Werbeeinblendungen abstimmen. Und zweitens: Dass diese Daten leicht in fremde Hände geraten können.

Facebook ist verärgert

Facebook soll sich laut einem Bericht der Washington Post nicht sonderlich erfreut über das Tool gezeigt haben. Das Tool würde gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook verstoßen, so der Vorwurf.

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