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Google veröffentlicht Lösch-Formular für Suchmaschinen-Treffer

30.05.2014 | 10:46 Uhr |

Google hat ein Online-Formular veröffentlicht, mit dem man beantragen kann, dass bestimmte Suchergebnisse aus den Trefferlisten der Google-Suche entfernt werden.

Vor wenigen Tagen hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Google aus seinen Suchergebnissen Links zu sensiblen persönlichen Daten löschen muss. Diese Entscheidung setzt Google jetzt zähneknirschend um: Der Suchmaschinengigant hat ein Online-Formular veröffentlicht, mit dem man beantragen kann, dass bestimmte Suchergebnisse gelöscht werden.

Zum Google-Online-Formular für einen Löschantrag

Dabei muss man nicht nur seinen genauen Namen und eine gültige Mailadresse nennen, sondern auch eine Kopie eines gültigen Lichtbildausweises mitliefern. Und man muss jeden zu löschenden Link einzeln eintragen und dazu jeweils eine Begründung geben. Und das ganze dann noch digital unterschreiben.

Google stellt aber klar, dass man jeden Einzelfall genau prüfen wolle, bevor man eine Löschung vornehmen würde. Dabei wolle Google „zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen.“ Zudem wolle Google bei der Bearbeitung des Antrags prüfen, ob die Ergebnisse veraltete Informationen über den Antragsteller enthalten und ob „ein öffentliches Interesse an den Informationen“ bestehe. Ob es also zum Beispiel „um finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten“ gehe.

Das jetzt veröffentlichte Online-Formular sei nur eine erste Maßnahme. Google wolle in den nächsten Monaten eng mit Datenschutzbehörden und anderen Stellen zusammenarbeiten und seine Mechanismen verbessern.

Beraterausschuss

Google will sich in Zukunft durch einen Beraterausschuss dabei helfen lassen, um den richtigen Mittelweg zwischen dem Informationsrecht der Öffentlichkeit und dem „Recht auf Vergessen“ zu finden. Diesem Gremium gehören unter anderem der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt und der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales an. Außerdem Experten Datenschützer, Universitätswissenschaftler und UN-Beauftragte.

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