1784268

Google testet ballongestützte Internetzugänge

17.06.2013 | 09:25 Uhr |

Google hat mit Project Loon ein neues Projekt vorgestellt: Über Ballons könnten auch abgelegene Orte mit preisgünstigen Internetzugängen versorgt werden.

Google hat am Wochenende das Project Loon offiziell vorgestellt, an dem ein Forscherteam von Google[x], dem Entwicklungslabor von Google, derzeit arbeitet. Über Ballons sollen auch abgelegene Gegenden auf der Welt mit einem schnellen und vor allem bezahlbaren Internetanschluss versorgt werden.

"Wir halten einen Ring von Ballons für möglich, die, von stratosphärischen Winden vorwärts getrieben, den Erdball umrunden und den Menschen auf der Erde eine Verbindung zum Internet ermöglichen", heißt es in einem Blogeintrag von Google zum Project Loon. Das gesamte Projekt befände sich zwar noch am Anfang, aber man habe bereits ein System gebaut, das auf Ballons basiere. Diese Ballons fliegen in einer doppelt so hohen Höhe wie kommerzielle Transportflugzeuge und werden vom Wind angetrieben. Der über diese Ballons verfügbare Internetzugang soll mindestens die Bandbreite von 3G-Netzwerken anbieten.

Über die Ballons könnte nicht nur in weit abgelegenen Landstrichen ein Internetzugang ermöglicht werden, sondern auch nach einer Naturkatastrophe die Kommunikation sichergestellt werden. Google selbst räumt ein, dass die Idee vielleicht "ein wenig verrückt" erscheine, aber das gesamte Projekt auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage basiere.

Google Project Loon: In Neuseeland starteten kürzlich die ersten 30 Ballons
Vergrößern Google Project Loon: In Neuseeland starteten kürzlich die ersten 30 Ballons
© Google

Die größte Herausforderung bei Project Loon sei es, laut Google, die Kontrolle über die Flugbahn der Ballons zu behalten, die sich frei im Wind bewegen. Bei der Lösung für dieses Problem nutze man ausschließlich Wind- und Sonnenenergie. Um die Bewegung der Ballons zu kontrollieren, könne man die Flughöhe der Ballons ändern. Über komplexe Algorithmen und leistungsfähige Rechner könne man dafür sorgen, dass sich die einzelnen Ballons der gesamten Ballonflotte an den benötigten Positionen rund um den Globus befinden.

In Canterbury (Neuseeland) ist kürzlich ein Pilotprogramm für Project Loon gestartet, an dem sich um die 50 Tester beteiligen, die versuchen, eine Internet-Verbindung über die Ballons herzustellen. Dafür seien insgesamt 30 Ballons gestartet. "Wir werden daraus viele Erkenntnisse gewinnen, die es uns ermöglichen, unsere Technologie und die Ballons zu verbessern", kündigt Google an. Nach und Nach sollen auch in weiteren Ländern Pilotsysteme gestartet werden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1784268