1968288

Google soll Webseite wegen Nacktheit in Kunst zum Verpixeln gezwungen haben

10.07.2014 | 16:31 Uhr |

Weil eine Musik-Webseite Alben-Cover mit künstlerischer Darstellung von Nacktheit zeigte, wollte Google ihr angeblich den Werbe-Geldhahn zudrehen. Die Seite ist eingeknickt und hat die beanstandeten Stellen verpixelt.

Wie die britische Tageszeitung The Independent auf ihrer Webseite berichtet , soll Google der Musik-Webseite Drowned in Sound (DiS) gesagt haben, dass sie ihre Alben-Cover zensieren sollen. Der Grund: Explizite Nacktheit. Google habe sich daran gestört, weil DiS am Google-Werbe-Netzwerk teilnimmt. Eigenen Aussagen nach sei DiS aber zu einem Teil abhängig von den Werbeeinnahmen, um die Server-Kosten zu decken. Und weil Google angeblich gedroht habe, die Seite vom Zugang zum Google-Werbe-Netzwerk abzuschneiden, wenn sie nicht binnen Tagen kooperiere, habe man sich entschlossen, die beanstandeten Cover zu zensieren.

Eines der kritisierten Cover soll das von Sigur Rós Album, Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust, von 2008 sein. Es zeigt nackte Menschen von hinten, die von einer Wiese über eine Straßenbegrenzung springen. Ein weiteres Cover soll OH (Ohio) von Lambchop sein, welches ein Gemälde namens New Orleans Police Beating von Michael Peed zeigt. Im Vordergrund liegen eine nackte Frau und ein nackter Mann nebeneinander; im Kontrast dazu ist durch ein Fenster eine Szene zu sehen, wie Polizisten brutal einen Passanten niederprügeln. Google wollte offenbar nur die Nacktheit versteckt wissen - von der dargestellten Gewalt ist keine Rede.

The Independent zitiert Google, dass man sich nicht zu Einzelfällen äußere. Man habe aber auf die AGB verwiesen, in denen steht, dass man keine Anzeigen auf Webseite ausliefere, die sexuelle Inhalte haben.

Google ist wie Apple ein US-amerikanisches Unternehmen. Doch vor allem der iPhone-Hersteller hatte in der Vergangenheit aufgrund besonders strenger und oft als prüde empfundener Bestimmungen von sich Reden gemacht.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1968288