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Google sieht seinen Ruf durch Prism-Berichte beschädigt

19.06.2013 | 17:03 Uhr |

Google will in Zukunft ungefähre Zahlen zu den über Prism angeordneten Überwachungsmaßnahmen des US-amerikanischen Geheimdienstes veröffentlichen.

In der vergangenen Woche sorgte die Enthüllung des NSA-Überwachungsprogramms Prism für Schlagzeilen. Darin fand sich auch Google wieder, was dem Suchmaschinen-Riesen gar nicht passt. So beklagt das Unternehmen, dass die irreführenden Medienberichte über Prism dem Google-Ruf geschadet hätten. Um sich bei seinen Nutzern wieder in ein besseres Licht zu rücken, will sich Google künftig transparenter geben und zumindest ungefähre Zahlen zu den Überwachungsanfragen der NSA veröffentlichen.

Um genauere Angaben veröffentlichen zu dürfen, benötigt der Konzern die Zustimmung des Foreign Intelligence Surveillance Court (Fisc). Das Gericht entscheidet, welchen Überwachungsanträgen von NSA und anderen US-Behörden letztendlich stattgegeben wird. Mit diesen Fisa-Beschlüssen wenden sich Geheimdienst und Co. schließlich an Google und andere Unternehmen, die dann die digitale Überwachung bestimmter Personen einleiten und Nutzerdaten weitergeben.

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Einziges Problem bei der Offenlegung dieser Anfragen durch Google: Fisa unterliegt strengster Geheimhaltungspflicht. Das gerät wiederum in Konflikt mit der Meinungs- und Pressefreiheit, die laut US-Verfassung nicht durch Gesetze eingeschränkt werden darf. Das Fisc muss nun klären, ob die Geheimhaltung gebrochen werden und Google genauere Zahlen veröffentlichen darf. Mit der Aufnahme der Fisa-Anfragen in seinen Transparenzbericht erhofft sich Google, die Befürchtungen einer Massenüberwachung zerstreuen zu können. Die Zahlen sollen zeigen, dass nur sehr wenige Google-Mitglieder ins Visier der NSA geraten.

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