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Google lässt Mercedes die Heizung daheim anschalten

25.06.2014 | 12:45 Uhr |

Die Google-Tochter Nest hat ein Entwicklerprogramm vorgestellt, mit dem Unternehmen ihre Produkte mit dem intelligenten Rauchmelder und Thermostat verknüpfen können. Mercedes und ein Waschmaschinen-Hersteller sind bereits mit von der Partie.

Die Google-Tochter Nest, welche intelligente Rauchmelder herstellt, machte zuletzt durch den Kauf eines Überwachungskamera-Herstellers von sich reden. Nun hat Nest sein Entwickler-Programm vorgestellt und seine Vision verraten: das Haus, das von seinen Bewohnern lernt. Oder besser gesagt: Das möglichst viel über seine Bewohner weiß. Um das zu erreichen, bietet Nest nun eine Programmierschnittstelle an, über die andere Unternehmen ihre Produkte mit den intelligenten Rauchmeldern und Thermostaten verknüpfen können.

Ein Beispiel: Wenn das Fitness-Armband Jawbone über die verbauten Bewegungssensoren feststellt, dass der Träger erwacht und  Aufstehen will, kann es über die Programmierschnittstelle dem Nest-Thermostat das Aufwachen melden und das Thermostat erhöht automatisch die Raumtemperatur. Ein anderes Beispiel: Wer die per Smartphone steuerbaren Lifx-Glühbirnen verwendet, kann nicht nur das akustische Signal seines Nest-Rauchmelders ausgeben lassen. Zusätzlich kann er festlegen, dass im Falle eines Alarms die Lifx-Birnen in Rot blinken. Wer sich hingegen nach einem Tag im Büro in seinen Mercedes setzt, erklärt der CEO von Mercedes-Benz R&D North America, kann ebenfalls von der Schnittstelle mit Nest profitieren. Das Auto schickt im Hintergrund die berechnete Ankunftszeit nach Hause und das Nest-Thermostat heizt schon einmal die Wohnung vor.

Interessierte Entwickler können sich bei Nest für das Programm anmelden . Wer eine Idee hat, aber noch finanzielle Mittel zur Umsetzung benötigt, kann sich bei Google Ventures und Kleiner Perkins um Gelder bewerben. Unter nest.com/works-with-nest sehen Sie in einer Übersicht, welche Produkte bereits mit Nest zusammenarbeiten. Aktuell sind das die oben genannten Beispiele plus Waschmaschinen, die ihren Strom nur zu günstigen Zeiten beziehen.

Google erfährt mehr über seine Nutzer

Was Nest in seinem Blog-Eintrag nicht erwähnt, aber in einem Interview mit dem Wall Street Journal: Man werde einige der Google-Apps mit Nest verknüpfen und Google so wissen lassen, wann Nest-Users zuhause oder unterwegs sind. Dadurch können Google-Nutzer die Temperatur zuhause über Sprachkommandos auf Android-Smartphones steuern. Google Now soll automatisch die Temperatur über Nest anpassen, wenn ein Nutzer auf dem Nachhauseweg ist, bewirbt Nest die Verknüpfung. Allerdings sollen die Nutzer der Datenübergabe an Google zustimmen müssen. Trotzdem sehen Datenschützer die Dateneinverleibung durch Google kritisch. Der Konzern erfährt erneut mehr über seine Nutzer und kann dann nicht nur noch individuellere Werbung einblenden. Im Falle eines Hackerangriffes oder Datenmissbrauchs durch einen verärgerten Mitarbeiter ergibt sich ein Horror-Szenario. Mit den Nest-Daten wüssten die Angreifer, wann und wo der Nutzer zuhause ist.

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