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Google & Co. werden als Malware-Schleuder missbraucht

27.03.2013 | 11:22 Uhr |

Die großen Suchmaschinen wie Google und Bing weisen in den Top-Suchergebnissen auf Websites hin, über die Trojaner und andere Schädlinge verbreitet werden. Das haben die Sicherheitsexperten von AV-Test nach einer aufwendigen und langwierigen Untersuchung festgestellt.

Online-Kriminelle nutzen populäre Suchmaschinen aus, um ihre Schädlinge zu verbreiten. Je höher eine Website mit Schadsoftware bei Google & Co. gerankt wird, desto besser für die Angreifer. Das an sich ist kein Geheimnis. Im Rahmen einer 18-monatigen Studie konnten die Sicherheitsexperten von AV-Test diesen Anfangsverdacht aber nun belegen.

Für die Studie untersuchte AV-Test im Zeitraum von 18 Monaten über 40 Millionen Websites, davon jeweils ungefähr 20 Millionen bei Google und Bing. Hinzu kamen Seiten über Suchmaschinen wie Yandex, Blekko, Faroo, Teoma und Baidu, die in Ländern wie Russland und China oft genutzt werden.

Malware auf Top-Seiten von Suchmaschinen
Vergrößern Malware auf Top-Seiten von Suchmaschinen
© AV-Test.org

Den besten Wert ermittelten die Sicherheitsexperten bei Google; auf dem zweiten Platz landete Bing. Allerdings, so betont es AV-Test, lieferte Bing während der Studie fünfmal so viele Websites mit Schädlingen wie Google aus. Bei der russischen Suchmaschine Yandex wurden sogar 10 Mal so viele verseuchte Websites wie bei Google ermittelt. Bei der Überprüfung der Websites wurden "nur" rund 5.000 potentielle Schädlinge ermittelt. 

"Das ergibt zwar rechnerisch nur einen kleinen Prozentsatz an verseuchten Seiten. Allerdings landen allein bei Google weltweit pro Tag sagenhafte 2 bis 3 Milliarden Suchanfragen. Rechnet man diesen Wert hoch, so ergibt sich eine schwindelerregende Summe an gefundenen Webseiten mit Schadsoftware!", so AV-Test.

Zwar versuchen Suchmaschinenbetreiber die verseuchten Websites zu filtern, allerdings ist eine Verseuchung des Rechners bei Internet-Nutzern, die keine oder eine schlechte Sicherheitssoftware auf ihrem Rechner einsetzen, dennoch über die Zeit hinweg nahezu eine sichere Sache.

So ergaben Tests von AV-Test im vergangenen Jahr, dass die durchschnittliche Erkennungsrate bei den erhältlichen Schutzpaketen über das Jahr gemittelt bei 92,5 Prozent lag und damit mindestens 7,5 Prozent der Nutzer zu potentiellen Zielen der Angreifer gehörten. Bei guten Sicherheitspaketen liegt die Erkennungsrate dagegen bei nahezu 100 Prozent, wodurch die Nutzer vor Attacken geschützt sind.

Einen Überblick über die aktuell besten Sicherheitssuites finden Sie auf dieser Seite.

Aktive Schädlinge (Stand: März 2013)
Vergrößern Aktive Schädlinge (Stand: März 2013)
© AV-Test.org

Die meisten Schädlinge - derzeit sind laut AV-Test über 110 Millionen Schädlinge aktiv - nutzen meist vorhandene Sicherheitslücken in häufig genutzten Programmen ein. Aus diesem Grund sollten Anwender unbedingt die auf ihrem System installierte Software aktuell halten. Die Wahrscheinlichkeit einer Infizierung, so AV-Test, sinkt damit drastisch. Käme dann noch eine "qualitativ gute und immer aktualisierte Sicherheits-Software" zum Einsatz, nutze der Anwender den höchst möglichen Schutz.

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