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Google: Politiker und Pädophiler wollen aus Suchergebnissen gelöscht werden

16.05.2014 | 13:15 Uhr |

Das "Recht auf Vergessen werden"-Urteil hat für eine Flut von Löschanträgen an Google gesorgt. Kritiker sehen die Meinungsfreiheit in Gefahr, wie auch aktuelle Löschanträge zeigen.

Google wird derzeit von Löschanfragen überhäuft, nachdem der Europäische Gerichtshof in dieser Woche in einem Urteil Suchmaschinen dazu verpflichtet hat , in ihren Suchergebnissen Links zu sensiblen persönlichen Daten zu löschen. Diese Entscheidung zum "Recht auf Vergessen" hat auch für viel Wirbel gesorgt, denn Kritiker sehen die Informationsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung durch die Suchmaschinen-Zensur gefährdet.

Denn letztendlich geht es nicht darum, dass für einzelne Personen brisante Informationen im Web von Websites gelöscht werden, sondern darum, dass die Links zu diesen Artikeln nicht mehr von anderen Nutzern gefunden werden können. Während die Löschung von Inhalten auf Websites schwierig bleibt, reicht für die Löschung der Links aus den Suchergebnissen nach der Entscheidung der Richter ein Antrag bei Google. In diesem muss der Antragsteller nur damit argumentieren, dass die Links zu Artikeln führen, die irrelevant oder veraltet sind.

Die BBC zählt in einem aktuellen Bericht Beispiele von Personen auf, die das Urteil zum Anlass nehmen, Löschanträge bei Google zu stellen. Dazu zählen laut dem Bericht ein Ex-Politiker, der auf eine Wiederwahl hofft und deshalb die Links zu Artikeln von Google gelöscht haben will, in denen es um sein schlechtes Verhalten als Politiker in der Vergangenheit geht. Ein Arzt fordert Google dazu auf, Links zu Artikeln mit schlechten Bewertungen durch Patienten zu löschen. Und ein verurteilter Pädophiler will, dass in den Google-Suchergebnissen nicht mehr Links zu Artikeln über sein Urteil zu finden sind.

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