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Google Play gibt persönliche Kundendaten an Dritte weiter

14.02.2013 | 17:01 Uhr |

Ein unabhängiger Entwickler hat eine massive Datenschutz-Lücke in Googles Play Store aufgedeckt: Der Suchmaschinen-Riese leitet Nutzerdaten ungefragt an Drittanbieter weiter.

Der Android-Entwickler Dan Nolan hat in seinem Blog eine massive Datenschutz-Lücke in Googles Play Store aufgedeckt. Nachdem der Programmierer eine App im Play Store veröffentlicht hatte, fiel ihm im Entwickler-Bereich auf, wie flapsig Google mit den persönlichen Daten seiner Nutzer umgeht.

So registriert der App-Store jeden potenziellen Kunden, auch wenn dieser den Software-Kauf gar nicht abgeschlossen hat. Die gesammelten Daten werden dann für den jeweiligen Entwickler übersichtlich im Verkäufer-Bereich des Play Store hinterlegt. Neben dem vollen Namen und dem Wohnort kann dort auch die Email-Adresse der Google-Play-Nutzer eingesehen werden. Die entsprechenden Adressen werden in der Übersicht sogar mit einem Email-Marketing-Knopf versehen, über den Entwickler Werbe-Nachrichten an die jeweiligen Nutzer verschicken können.

Über den fragwürdigen Button könnten Verkäufer laut Nolan beispielsweise Kontakt mit den Google-Play-Mitgliedern aufnehmen, die ihre App schlecht bewertet haben oder sich im letzten Moment gegen einen Kauf entschieden hätten. Die Nutzer selbst merken nichts von der Weitergabe ihrer Daten an Dritte und werden von Google auch nicht um Erlaubnis gefragt.

Das waren die größten Sicherheitslücken im Jahr 2012

Google sagt sich über ein Hintertürchen von jeglicher Verantwortung los. So beruft sich der Konzern auf die Datenschutzregeln von Google Wallet , das mit dem Play Store verknüpft ist. Während Kunden beim Bezahldienst der Weitergabe ihrer Daten zustimmen, lesen sich die Datenschutzregeln des eigentlichen Play Store wie folgt: „Wir geben keine persönlichen Informationen an Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen außerhalb von Google weiter.“ Mit der Nutzung von Google Play stimmen Nutzer jedoch auch automatisch den Google Wallet-Geschäftsbedinungen zu und geben Google so indirekt die Weitergabe-Rechte an ihren Daten.

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