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Google News Spanien wird eingestellt

11.12.2014 | 11:01 Uhr |

Google zieht den Stecker bei Google News Spanien. Damit reagiert Google auf das ab dem 1.1.2015 geltende Recht in Spanien.

Google hat die Einstellung von Google News Spanien angekündigt. Am 16. Dezember wird der Dienst eingestellt. In einem Blog-Eintrag begründet Google den Schritt mit einem ab dem 1. Januar 2015 in Spanien geltenden neuen Gesetz. Durch das neue Leistungsschutzrecht für Nachrichtenaggregatoren, in Spanien auch "Google-Gesetz" genannt, wäre Google bei der Verlinkung zu einer Nachricht zu einer Abgabe an den betreffenden Verlag verpflichtet, selbst dann, wenn nur ein kleiner Text der betreffenden Nachricht verwendet würde.

Nachdem Google auf Google News keine Werbung ausliefert und selbst also keine Einnahmen damit realisiert, will es auch die Abgaben nicht zahlen. Man sei "wirklich traurig" darüber, werde nun aber ab dem 16. Dezember keine spanischen Verleger mehr bei Google berücksichtigen und Google News in Spanien komplett schließen.

Bei einem Verstoß gegen das Gesetz drohen immerhin Strafen bis zu 600.000 Euro. In Spanien wird das "Google-Gesetz" auch heiß diskutiert, weil es vor allem den großen Verlagshäusern nutzt und auch nur durch ihren Druck von der konservativen Regierung verabschiedet worden. Vor allem die linken Parteien sehen in dem Gesetz eine Einschränkung der Meinungsvielfalt.

In dem Blog-Eintrag weist Google auch auf die Entstehungsgeschichte von Google News hin. Am 11. September 2001 sei einem Google-Entwickler aufgefallen, dass die Suchanfrage nach "World Trade Center" keine Suchergebnisse über die Terrorattacke geliefert habe. Es sei außerdem zu diesem Zeitpunkt schwer gewesen, die Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen und Ländern zu vergleichen. Daraus sei die Idee für Google News entstanden, das nunmehr in 70 Ländern und in 35 Sprachen angeboten werde.

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