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Google Flutrends: Google sagt, ob Sie Grippe bekommen

13.02.2015 | 13:45 Uhr |

Auf einer speziellen Webseite zeigt Google die aktuelle Grippe-Gefahr für ausgewählte Staaten an. Hier sehen Sie auch die Grippe-Gefahr für Deutschland in Echtzeit.

Google wertet die Nutzer-Anfragen in seiner Internet-Suchmaschine unter anderem daraufhin aus, wie oft nach Heilmitteln gegen die Grippe (Influenza) gesucht wird. Beziehungsweise wie oft Google-Nutzer Suchbegriffe wie Grippe oder Influenza oder die entsprechenden Symptome in die Suchmaschine eintippen. Die Logik dahinter: Wer nach dem Thema Grippe sucht, ist vielleicht daran gerade erkrankt. Er oder sie spürt ein erstes Kratzen im Hals, fühlte sich zunehmend schlapp, bekommt Gliederschmerzen oder Fieber.

Big Data hilft bei der Grippe-Warnung

Google will nämlich durch Analysen von Daten der Vergangenheit festgestellt haben, „dass die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe Anhaltspunkt für die Häufigkeit von Grippeerkrankungen sein kann." Die erfassten Google-Suchmaschinenergebnisse zu „Grippe“ hatte Google dazu mit den offiziellen Grippeüberwachungsdaten der unterschiedlichen Gesundheitsbehörden verglichen. Das Ergebnis war laut Google eine offensichtlich beeindruckende Übereinstimmung. Also könne man die Google-Daten offensichtlich tatsächlich zu einer Echtzeit-Prognose zur Entwicklung der Grippe verwenden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird nun "nahezu in Echtzeit die Häufigkeit von Grippeerkrankungen geschätzt“, wie der Suchmaschinen-Riese erläutert.

Diese Häufung von bestimmten Suchanfragen zu bestimmten Jahreszeiten beobachtet Google übrigens nicht nur für die echte Grippe, die in Deutschland ab November bis Winterende zur Hochform auflaufen kann. Sondern auch für Pollenflugallergien und für Sonnenbrand. Die technische Basis dafür ist Google Insights for Search, also die berühmten Google-Trends. Diese Analysen sind typische Beispiele für die Verwendung von Big Data.

Google Flutrends: Hier finden Sie die aktuelle Grippelage

Allerdings mit einer Einschränkung: Wenn beispielsweise durch eine besonders intensive Medienberichterstattung das Interesse an der Grippe in weiten Teilen der Bevölkerung geweckt wird (zum Beispiel, weil Behörden in großem Maße Grippeschutz-Impfstoff kaufen), tippen ebenfalls mehr Google-Nutzer als sonst die entsprechenden Suchbegriffe in die Suchmaschine ein. Obwohl die Grippe noch gar nicht grassiert. Zudem haben Experten zu Googles früheren Grippe-Prognosen herausgefunden, dass Googles Vorhersagen schlimmer als die tatsächliche Grippe-Lage gewesen sein. Google Flutrends neigte zumindest in der Vergangenheit also zum Übertreiben.

Die aktuelle Grippe-Lage

Schauen wir uns also die aktuelle Grippe-Prognose laut Google einmal auf Google Flutrends an (die Daten sind bis zum 8. Februar 2015 aktuell). Im weltweiten Vergleich sieht auf der Karte, dass die Grippe Asien, weite Teile Europas und Nordamerika fest im Griff hat. Besonders heftig wütet die Influenza offensichtlich in Spanien, Frankreich, Österreich, Ungarn und Japan. Aber auch in Deutschland gibt es schon viele Grippefälle mit Ausnahme des Saarlands. In Australien, Neuseeland und weiten Teilen Südamerikas gibt es dagegen von Grippe anscheinend noch keine Spur.

Die aktuelle Grippe-Lage in der Bundesrepublik Deutschland. Mit den Daten bis zum 8. Februar 2015.
Vergrößern Die aktuelle Grippe-Lage in der Bundesrepublik Deutschland. Mit den Daten bis zum 8. Februar 2015.

Langzeitvergleich

Spannend ist der Vergleich auf der Zeitleiste mit den Vorjahren (unter dem Link „Vorjahre“ rechts über dem Verlaufsbalken-Diagramm auswählbar). Dann sieht man sofort, in welchen Jahren die Grippe besonders schwer in der Bundesrepublik zuschlug und wann das das Fall war. Der Winter 2013/2014 war demnach eine eher moderate Grippesaison, während es besonders im Januar und Februar 2013 – also im Winter 2012/2013 – heftig zur Sache ging. Im Jahr 2009 war dagegen offensichtlich der November ein Grippemonat in Deutschland.


 

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