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Google zahlt künftig für Inhalte der Associated Press

03.08.2006 | 12:29 Uhr |

Der Google-Service "Google News" bietet einen schnellen Überblick über aktuelle Nachrichten. Hierfür werden die News von hunderten Websites ausgewertet und in das Angebot integriert. Dass darunter auch Agenturmeldungen waren, war unter anderem der französischen Agentur AFP ein Dorn im Auge, da Google im Gegensatz zu den Websites, die die Agenturmeldungen online gestellt haben, nicht für die Inhalte bezahlt - eine Klage war die Folge. Nun hat sich Google mit der UA-Agentur AP auf eine Bezahlung der Inhalte geeinigt.

Über Google News finden Sie schnell aktuelle Nachrichten aus einer Vielzahl von Bereichen. Dabei werden die News diverser Websites, zum Beispiel spiegel.de, stern.de oder pcwelt.de, ausgewertet und übersichtlich sortiert auf dieser Website angezeigt. Allerdings werden auch Bilder und Texte der Urheber-Sites 1:1 übernommen, was Nachrichtenagenturen wie die Associated Press auf die Palme brachte. Denn: Anders als die Sites, auf denen die Agenturmeldungen ursprünglich veröffentlicht wurden, zahlt Google keinen Cent für die Veröffentlichung dieser Inhalte.

Im März vergangenen Jahres reichte daraufhin beispielsweise die französische Agentur AFP Klage gegen Google ein ( wir berichteten ). Darin wurden Schadenersatz wegen Urheberechtsverletzung in Höhe von 17,5 Millionen Dollar sowie ein Verbot, künftig AFP-Beiträge in Google News zu veröffentlichen, gefordert. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Rückendeckung könnte die AFP in diesem Zusammenhang nun von der Vereinbarung zwischen Google und der Associated Press (AP) bekommen. Demnach wird Google künftig für Inhalte der AP bezahlen. Finanzielle Details wollen beide Unternehmen nicht bekannt geben. Nicht klar ist, ob Google auch dann zahlt, wenn diese Inhalte lediglich bei Google News gelistet werden, denn es gibt Andeutungen, dass die AP-Beiträge für einen neuen Google-Service genutzt werden könnten, so die Agentur. In diesem Fall würde Google, wie es auch bei Verlagen üblich ist, regulär für Agenturmeldungen bezahlen und dürfte diese dann komplett in sein Angebot übernehmen.

Bei Google News macht sich das Unternehmen die Inhalte im Grunde nicht zu Eigen, da die Nachrichten dort nicht komplett sind. Erst nach einem Klick auf die jeweilige Schlagzeile landet man bei der Ursprungs-Site und findet dort die vollständige News. Genau darauf basiert auch die Verteidigungsstrategie des Konzerns im Verfahren gegen die AFP.

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