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Google will drahtlosen Internet-Zugang in San Francisco aufbauen

Google will ganz San Francisco mit einem kostenfreien drahtlosen Internet-Zugang abdecken und nährt damit Spekulationen über Pläne für ein landesweites Netz in den USA.

Google will ganz San Francisco mit einem kostenfreien drahtlosen Internet-Zugang abdecken und nährt damit Spekulationen über Pläne für ein landesweites Netz in den USA. Der Betreiber der meistgenutzten Internet-Suchmaschine beteiligt sich an einer Ausschreibung für das Projekt in der amerikanischen Westküsten-Metropole. Unterdessen will sein schärfster Rivale Yahoo! Google Konkurrenz beim Einscannen hunderttausender Bücher zur Online- Suche machen.

Googles Beteiligung an der Ausschreibung in San Francisco, bei der am Freitagabend (Ortszeit) die Anmeldefrist ablief, gab Spekulationen neue Nahrung, Google wolle in den USA ein landesweites so genanntes Wi-Fi-Netz für drahtlosen Internet-Zugang aufbauen. Damit würde das aufstrebende Unternehmen bestehende Internet-Provider angreifen. Derzeit gebe es aber keine Pläne für ein landesweites Netz, wurde der zuständige Google-Manager Chris Sacca am Samstag von der "New York Times" zitiert.

Die Ausschreibung in San Francisco geht auf eine Initiative von Bürgermeister Gavin Newsom für ein flächendeckendes Wifi-Netz zurück. Es soll entweder sehr günstig oder ganz kostenlos und sowohl an öffentliche Plätzen als auch zuhause nutzbar sein. San Francisco hat etwa 800.000 Internet-Nutzer. Mehr als ein Dutzend Bewerbungen wurden eingereicht.

San Francisco gilt wegen seiner vielen Hügel und hoher Gebäude als schwieriges Pflaster für den Aufbau eines drahtlosen Netzes. Daher plant Google, bis zu 30 Antennen pro Quadratmeile (2,6 Quadratkilometer) zu installieren. Die Gesamtfläche von San Francisco beträgt gut 600 Quadratkilometer, davon entfallen aber nur 121 Quadratkilometer auf Land.

Unterdessen will eine von Yahoo! geführte Allianz von Unternehmen, unabhängigen Gruppen und Universitäten hunderttausende Bücher einscannen und im Internet verfügbar machen. Google hatte ein ähnliches Projekt unter dem Namen Google Print vor etwa neun Monaten ins Leben gerufen, es gab jedoch Probleme, weil dabei auch urheberrechtlich geschützte Bücher eingescannt werden sollten. US-Autoren reichten deshalb vor einigen Wochen Klage ein. Die so genannte Open Content Alliance um Yahoo! wolle nur Bücher digitalisieren, für die der Urheberschutz bereits abgelaufen sei, schrieb die "New York Times" am Montag. Sie sollten dann in jeder Internet-Suchmaschine auftauchen, und nicht nur wie von Google geplant in der eigenen.

Google weitet sich derzeit rasant über das anfängliche Suchmaschinen-Geschäft aus. Unter anderem wurden Mail-Funktion und Internet-Telefonie eingeführt. Angesichts mehrerer freier Milliarden Dollar nach dem zweiten Börsengang wird über weitere ambitionierte Projekte spekuliert.

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