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Google will beim Telefonieren mithören – für Werbung

Freitag, 23.03.2012 | 13:33 von Benjamin Schischka
Orts- und zeitbasierte Werbung.
Vergrößern Orts- und zeitbasierte Werbung.
© iStockphoto.com/PashaIgnatov
Die Hintergrundgeräusche beim Telefonieren sind für Google Gold wert – nach einer Analyse ließe sich ganz gezielt Werbung schalten, je nach Ort und Wetter.
Je gezielter Werbung erfolgt, je mehr die Werbung auf den Anwender zugeschnitten ist, desto teurer lässt sie sich verkaufen. Das weiß natürlich auch Google und hat darum ein Patent angemeldet, in dem von der Analyse der Umgebungsgeräusche beim Telefonieren die Rede ist. Je nach Hintergrundgeräuschen, sollen die User passende Werbung eingeblendet bekommen.

Ein Beispiel: Anhand einer Zugdurchsage am Bahnhof könnte der derzeitige Aufenthaltsort des Telefonierenden erkannt werden. In der Folge bekäme er Werbung zu lokalen Geschäften. Denkbar wäre, dass Google die Durchsage aufschnappt: „ICE nach Köln um 12:35 hat 20 Minuten Verspätung“. Anhand dieser Daten und vielleicht einer weiteren Durchsage wüsste Google, dass Sie momentan in München sind. Selbst dann, wenn Sie GPS deaktiviert hätten. Aus einer Datenbank weiß Google außerdem, dass heute die meisten Züge aus München Verspätung haben und blendet darum Werbung für ein Café in der Nähe ein. Oder für einen Bücherladen um die Ecke.

Möglich wäre auch, dass Google Regen hört und dem Telefonierenden darum Werbung zu Indoor-Aktivitäten unterbreitet – oder Werbung für Regenkleidung. Der Preis der Werbung würde dann stärker vom Zeitpunkt und Ort abhängen. Werbung für Eiscreme etwa wäre teurer, wenn der Smartphone-Besitzer sich in einer warmen Gegend aufhält. Google will die Hintergrundgeräusche mit anderen Sensor-Messungen kombinieren. Wenn die Hintergrundgeräusche etwa vermuten lassen, dass Sie auf einer Autobahn unterwegs sind und der Beschleunigungsmesser des Smartphones zeigt, dass Sie immer wieder abbremsen, schließt Google, dass Sie vielleicht im Stau stehen. Dann soll Werbung für öffentliche Verkehrsmittel auftauchen.

Das Patent mit der Nummer 8.138.930 wurde bereits am 22. Januar 2008 von Google eingereicht. Also rund ein Jahr, bevor Android auf den Markt kam. Die Veröffentlichung erfolgte jedoch erst vor wenigen Tagen.

Freitag, 23.03.2012 | 13:33 von Benjamin Schischka
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