26.10.2005, 14:06

Hans-Christian Dirscherl

Google verteidigt Online-Büchersuche

Verklagt zu werden ist für ein Unternehmen wie Google nur Routine. Das gilt ganz besonders in Zusammenhang mit Google Print, der umstrittenen Suchmaschine für Buchinhalte.
Sie haben gerade eine Klage am Hals? Dann sollten Sie sich deswegen nicht aufregen, denn das ist völlig normal. Alltag sozusagen. Zumindest sieht das ein führender Manager des Suchmaschinen-Giganten Google so.
Google sieht sich wegen seines Vorhabens, Bücher – darunter auch urheberrechtsgeschützte – im großen Stil zu digitalisieren und deren Inhalte via Google Print Beta zur Recherche zur Verfügung zu stellen, mit mehreren Klagen konfrontiert. Doch das juckt Eric Schmidt, CEO (Chief Executive Officer) von Google, nicht sonderlich. Solche Klagen gehören nämlich zum täglichen Geschäft, wie Schmidt auf einer Rede in Tokio erläuterte.
"Es ist Googles Mission, alle Informationen dieser Welt zu organisieren", so Schmidt. "Nicht alle würden damit übereinstimmen. Deshalb würde Google nun einmal verklagt, das läge am amerikanischen Rechtssystem" führte der Top-Manager aus. "In den USA sei das Routine".
Die Association of American Publishers (AAP) hat Google wegen seines Digitalisierungsvorhabens vor den Kadi gezerrt. Google würde damit nämlich Urheberrechte verletzen, wie die Verleger als Begründung anführten. Vor dem Verlegerverband hatte bereits die US-Autorenvereinigung Rechtsmittel gegen Google eingelegt. Auch hier lautet der Vorwurf auf Verletzung von Urheberrechten. Außerdem klagen einige Autoren aus dem gleichen Grund nochmals separat gegen Google.
Der Google-Manager sieht diesen Vorwurf jedoch als unbegründet an. Denn die meisten derart erfassten Bücher würde ja ohnehin niemand lesen. Solche Schmöker würden erst durch Google Print bekannt und dann vielleicht sogar erst gekauft.
Schmidt entgegnete zudem, dass Google Print es nicht ermögliche, das gesamte Buch online zu lesen. Obendrein würde Google direkt zu Online-Buchläden verlinken und damit den Kauf erleichtern. Mit Google Print könne man ein Buch also nicht kopieren, sondern nur finden und danach kaufen – so die Kernaussage von Schmidt.
Sie können sich vom bisherigen Bestand der Google Print-Suche hier selbst ein Bild machen. Geben Sie den gewünschten Begriff auf Englisch ein. Wählen Sie dann aus der Trefferliste einen Eintrag aus. Sie können in dem Buch vor- und zurückblättern, das Inhaltsverzeichnis aufrufen und weitere Informationen zum Buch bekommen.
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