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Google stopft 41 Chrome-Lücken

02.12.2015 | 14:56 Uhr |

In der neuen Chrome-Generation 47 hat Google etliche Sicherheitslücken beseitigt und das Benachrichtigungscenter entfernt. Auch Web-Entwickler bekommen neue Möglichkeiten.

Bei seinem Web-Browser Chrome zeigt sich Google gerne innovativ, scheut sich jedoch auch nicht, Irrtümer einzugestehen und zu korrigieren. So hatte Google im Frühjahr das so genannte Benachrichtigungscenter eingeführt, um darin Push-Nachrichten zu sammeln, die Web-Seiten gesendet haben. Doch nur wenige Nutzer haben es benutzt und so hat es Google mit der neuen Chrome-Version 47.0.2526.73 wieder entfernt.

Insgesamt haben die Chrome-Entwickler nach eigenen Angaben 41 Sicherheitslücken in der neuen Version beseitigt. Unter diesen sind 23 Schwachstellen, die durch externe Sicherheitsforscher entdeckt und gemeldet wurden. Dafür schüttet Google über 105.000 US-Dollar an Bug-Prämien aus. Eine der gemeldeten Lücken stuft Google als kritisch ein. Zusammen mit zwei weiteren, als hohes Risiko bewerteten "Use-after-free"-Schwachstellen im AppCache zahlt Google mehr als 31.000 US-Dollar an nicht genannte Sicherheitsforscher ("anonymous"), möglicherweise alles an einen.

Etliche weitere Lücken haben die Google-Entwickler selbst entdeckt, darunter auch einige in der Javascript-Engine V8. Über diese Schwachstellen erfährt man vorerst noch weniger als über die extern gemeldeten. Genaueres veröffentlicht Google erst 14 Wochen, nachdem die Lücken gestopft sind. Dies dient auch dazu, anderen Software-Herstellern, deren Produkte auf Chromium aufsetzen (etwa Opera), Zeit zu geben, um korrigierte Fassungen ihrer Software bereitzustellen.

In angekündigten, aber noch nicht veröffentlichen Blog-Beiträgen sollen weitere Neuerungen verkündet werden. Darunter werden auch Neuerungen bei Programmierschnittstellen sein, die App- und Web-Entwickler nutzen können. So sollen etwa rechenintensive Vorgänge verzögert bearbeitet werden können, also wenn gerade wenig Last ist.

Auch Chrome 47 für Android soll bald bereit stehen. Hier will Google Nutzern langsamer Internet-Verbindungen mit dem verbesserten Datensparmodus ("Data Saver mode") helfen, in dem Chrome zunächst keine Bilder lädt. Die kann der Benutzer dann bei Bedarf einzeln oder in einem Rutsch nachladen. Das soll bis zu 70 Prozent an Datenverkehr einsparen. Für Web Apps, die auf dem Android-Startbildschirm liegen, wird nun beim Start ein Symbol vor einem einfarbigen Hintergrund ("Splash Screen") angezeigt, um die Wartezeit zu überbrücken. Wann Chrome 47 für Android zum Download bereit stehen wird, ist noch nicht bekannt.


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