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Google spricht nicht mehr mit Nachrichtendienst

08.08.2005 | 15:48 Uhr |

Google will ein Jahr lang nicht mehr mit dem US-Nachrichtendienst "Cnet" reden. Der Grund: Die Journalisten hatte für eine Story nach Informationen über den Google-Chef gegoogelt und das Gefundene dann veröffentlicht.

Ein Jahr will Google nicht mehr mit Journalisten des US-Nachrichtendienstes "Cnet" reden. Dies berichtet die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe. Der Grund für die Blockade entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Die US-Kollegen wollten in einem Artikel demonstrieren, welche persönlichen Informationen über Anwender sich der Suchmaschine Google entlocken lassen. Also wurde nach Infos rund um den Google-Chef Eric E. Schmidt gegoogelt und die Funde publiziert. Unter anderem, dass er Google-Anteile im Wert von 1,5 Milliarden US-Dolllar besitzt, in Atherton (Kalifornien) lebt, Pilot ist und die Präsidentschaftskanditatur von Al Gore mit 10.000 US-Dollar unterstützte.

Die Folge war, dass sich ein Google-Sprecher bei der Redaktion meldete und bemängelte, dass persönliche Informationen über den Google-Chef veröffentlicht worden waren. "Ihr könnt uns unter der Rubrik 'kein Kommentar' ablegen", sagte der Google-Sprecher. Ein Jahr, bis Juli 2006, will Google nicht mehr mit Cnet reden. Nicht nur mit dem Redakteur des entsprechenden Berichtes, sondern mit allen Angehörigen des Verlages.

Jai Singh, Chefredakteur von Cnet sagte gegenüber der New York Times, dass er in seiner 20jährigen Laufbahn bisher noch keinen Fall erlebt hat, in dem ein Unternehmen überhaupt nicht mehr mit einer kompletten Nachrichtenredaktion reden will. "Unsere Sicht der Dinge ist, dass alles, was wir veröffentlicht haben, öffentlich zugängliche Informationen sind und wir ihr eigenes Produkt genutzt haben, um sie zu finden", so Singh.

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