Microsoft

Google soll auch Internet Explorer ausgetrickst haben

Dienstag den 21.02.2012 um 16:35 Uhr

von Benjamin Schischka

Dean Hachamovitch, Corporate Vice President, Internet Explorer
Vergrößern Dean Hachamovitch, Corporate Vice President, Internet Explorer
© Microsoft
Erst traf es nur Safari-Nutzer, nun sollen auch User des Internet Explorers von Googles umstrittenem Geheim-Cookie Besuch erhalten haben.
Als das Wall Street Journal vor wenigen Tagen über einen geheimen Google-Cookie berichtet , der Safari-Nutzer austrickst, ist der Aufschrei groß. Auch Microsoft mischt sich in den Skandal ein – und lobt seinen Internet Explorer. Wie aus einem weiteren Blog-Eintrag von Microsoft hervorgeht, ist der Internet Explorer aber scheinbar selbst Opfer von Googles Geheim-Cookie geworden.

Allerdings sei die Vorgehensweise anderes, so der Corporate Vice President, Internet Explorer, Dean Hachamovitch. Während der Google-Cookie dem Apple-Browser ein Formular vorgaukelt um als Ausnahmeregelung akzeptiert zu werden, ist es beim Internet Explorer etwas komplizierter. Normalerweise blockiert der IE in den Standardeinstellungen Cookies von Drittanbietern – es sei denn, die angesurfte Webseite weist ein P3P-Statement vor. P3P steht für „Platform for Privacy Preferences Project“. Der Datenschutz-Standard soll transparent zeigen, wofür beispielsweise Cookies eingesetzt werden.

Weist die Seite also ein P3P-Statement vor, das erklärt, wie verwendete Cookies eingesetzt werden, greife der IE-Schutz nicht. Laut Microsoft soll der Google-Cookie den Internet Explorer per P3P-Statement überreden, den Cookie zu erlauben. Und das, obwohl im Statement nichts zu Googles Absichten zu lesen sei. Vielmehr sei das Statement nur eine Aussage, dass es sich nicht um ein Statement handele.

Als Antwort auf den Cookie hat Microsoft nun eine Blocking-Liste erstellt, mit der der Internet Explorer den Cookie ausfiltert. Man habe zudem Google kontaktiert und sie gebeten, sich an P3P zu halten, heißt es von Microsoft.

Google selbst verteidigt sich: Man habe keine Daten gesammelt, sondern lediglich angemeldetenen Google-Usern mehr Features bieten wollen. Konkret soll es um den „+1“-Button gegangen sein – das Google-Plus-Gegenstück zum „Gefällt mir“-Button von Facebook.

Dienstag den 21.02.2012 um 16:35 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (7)
  • Joa 16:08 | 23.02.2012

    Exakt der Meinung bin ich auch.
    Ein „nein“ muß als „nein“ akzeptiert werden. Und nicht als „vielleicht“.

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  • hadsch01 00:53 | 23.02.2012

    Ich finde nicht, das der Böse in diesem Fall Google ist, sondern der Programmierer, der da wieder vorsätzlich Mist programmiert hat.
    Wenn ich die Option "Cookies von Drittanbietern ablehnen" wähle, ist das eigendlich eine nicht zu interpretierende Willenserklärung- Ich möchte keine Cookies von Drittanbietern haben-, Punkt.
    Dann ist es mir egal, ob ein Anbieter meint: ja aber, und wenn, evtl, bin doch brav, ecetera ecetera. Wenn nein - dann nein, auch für P3P-Statements
    Wenn der Programmierer meint, er müsste da Ausnahmen reindichten, dann soll er sie als Wahlmöglichkeit visualisieren, dann kann ich sie an oder abwählen.

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  • OpaOlly 13:51 | 22.02.2012

    was soll das...

    :dumm:...warum dieses Geschrei,...?

    Wir haben doch schon alle irgend wann und irgend wo prv Daten weiter gegeben. Nun hat ein Keks von der Suchmaschiene eine Sicherheitslücke gezeigt,...der böse Keks !!! :comprob:

    Ich weiß das die, die alles über mich wissen wollen, nicht nur das I-Net zum bespitzeln brauchen, der liebe Nachbar tuts auch....omg ich schmeiss mich weg...

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  • tempranillo 21:49 | 21.02.2012

    Zitat: kalweit
    ...da gab es doch vor Jahren mal was mit Firefox und google...

    Du meinst wohl das hier:
    http://www.nickles.de/c/n/skandal-firefox-plaudert-mit-google-6891.htm
    Aber frische mal deine Erinnerung auf, das hatte eine etwas andere Qualität.

    Zur eigentlichen Frage: Natürlich ist beides nicht gut. Aber wenn ich schon gefragt werde, finde ich natürlich schlimmer, dass die Browser so einfach auszutricksen waren.

    Von Google finde ich die Aktion einfach nur dumm. OK, es geht nur um ein Cookie, aber so bestätigt man nur Vorurteile und fährt die Reputation an die Wand. Man verhält sich nicht wie dubioser Betreiber einer XXX-Seite.

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  • magiceye04 21:40 | 21.02.2012

    Zitat: Daniel Behrens
    Da stellt sich die Frage: Was ist schlimmer, Googles Trickserei oder die Tatsache, dass sich die beiden Browser austricksen lassen?

    Diese Frage würde ich mit Nein beantworten.

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