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Google plant angeblich Angriff auf Uber

03.02.2015 | 10:28 Uhr |

Google will anscheinend Uber Konkurrenz machen. Mit einer eigenen App zur Fahrer- beziehungsweise Fahrdienste-Vermittlung.

Wie das US-Nachrichtenportal Bloomberg berichtet, will Google angeblich Uber mit einem eigenen Fahrervermittlungsdienst angreifen.

Uber hat mit seiner ziemlich umstrittenen App UberPop den Markt für Personentransportdienste aufgemischt. Will man einen deutschen Taxi-Fahrer zu einem spontanen Wutausbruch verleiten, dann muss man ihm gegenüber nur den Namen Uber erwähnen. Uber hat deshalb mittlerweile in einigen europäischen Staaten Probleme. In seiner Heimat USA und vor allem in seiner Heimatstadt San Francisco ist Uber dagegen in einer starken Position. Das lockt offensichtlich Nachahmer an (direkte Konkurrenten hat Uber mit Unternehmen wie Lyft ohnehin schon). Wie jetzt auch anscheinend Google.

Google ist an Uber sogar als Risiko-Kapitalgeber beteiligt: Google Ventures hatte im August 2013 258 Millionen US-Dollar in Uber investiert und legte bei der nächsten Finanzierungsrunde sogar noch einmal nach. David Drummond, Googles Chief Legal Officer und Senior Vice President of Corporate Development, sitzt im Uber-Board-of-Directors. Google sollte also eigentlich Interesse an einem Erfolg von Uber haben. Doch sofern der Bloomberg-Bericht zutrifft, bastelt Google eben trotzdem an einer eigenen App zur Fahrdienstevermittlung.

Anscheinend soll der Fahrervermittlungsdienst an das Projekt mit dem selbstfahrenden Google-Auto gekoppelt werden. Das würde ja durchaus Sinn machen und Googles bisherigen strategischen Überlegungen zum Einsatzzweck des Google-Autos entsprechen.

Drummond soll Uber von diesem Plan in Kenntnis gesetzt haben, wie Bloomberg von einer Person aus dem Umfeld des Uber-Führungsgremiums erfahren haben will. Die Uber-Verantwortlichen sollen sogar schon Screenshots der Google-Fahrervermittlungs-App gesehen haben. Wobei es sich dann ja genau genommen nicht um eine Fahrervermittlung, sondern um eine Fahrzeugvermittlung handeln würde.

Die Uber-Führung würde nun darüber nachdenken, ob man Drummond nahe legen soll, den Führungszirkel von Uber zu verlassen. Zudem greift Uber nun seinerseits Google an und teilte mit, dass man an einem selbstfahrenden Auto arbeiten würde. Das sieht schon sehr nach einer Retourkutsche aus.

Uber hat allen Grund zur Sorge. Nicht nur, weil Google finanziell weit überlegen ist. Und nicht nur, weil Google über nahezu unbegrenzte technische Möglichkeiten im Bereich Internet, Apps und Mobile verfügt. Sondern ganz konkret, weil Uber für seine App UberPop das Kartenmaterial von Google Maps verwendet. Uber ist also technisch abhängig von Google. Alternative Kartendienste wie AOL MapQuest, Apple Karten oder andere regionale Anbieter gelten also nicht gleichwertig – Nokia here und Openstreetmap vielleicht einmal ausgenommen.

Von Uber liegt noch keine Stellungnahme zu dem Bloombergbericht vor. Ein Google-Sprecher wiederum lehnte eine Stellungnahme ab. Google veröffentlichte jedoch einen Tweet, in dem Uber und Konkurrent Lyft gelobt werden. Es gibt aber bereits einen weiteren Hinweis für einen Riss in der Partnerschaft zwischen Uber und Google. Als Google nämlich die Partner aufzählte, deren App-Daten demnächst auch für Google Now zur Verfügung stehen, war von Uber nicht die Rede.

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