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Google plant Abhör-Service

10.06.2006 | 13:28 Uhr |

Der Suchmaschinen- und Werberiese Google forscht an Systemen, die das konsumierte TV-Programm des Benutzers aufnehmen und dementsprechend personalisierte Werbung schalten können. Die Privatsphäre steht laut eigenen Angaben an erster Stelle.

Ein Team von Google Research hat einen Prototyp entwickelt, mit dem man das interne PC-Mikrofon dafür verwenden kann, um die Hintergrundgeräusche im Zimmer des Nutzers abzuhören und dementsprechende Werbebotschaften auszusenden. Dabei werden z.B. die aktuell konsumierten TV-Inhalte analysiert und der User daraufhin mit entsprechenden Online-Werbungen beschaltet. Was sich im ersten Moment nach Science Fiction anhört, könnte schon bald alltäglich werden, auch wenn sich Google derzeit noch mit einem Starttermin bedeckt hält.

Das entwickelte System konvertiert dabei die aufgenommenen Audiodaten in nicht umkehrbare Statistiken, die im Anschluss daran mit einer Datenbank verglichen werden und dem Browser so mitteilen, welche Informationen angezeigt werden sollen. Die geplanten vier Kategorien lassen sich wie folgt beschreiben:

- Personalisierte Infomationen: Der Browser zeigt eigenständig ein Geschäft an, in denen man die Kleidung kaufen kann, die der TV-Moderator trägt.

- Soziale Netzwerke auf Knopfdruck: Möchte man sich während einer TV-Sendung mit Freunden über diese unterhalten, zeigt das System chatwillige Kollegen an.

- Echtzeit-Beliebtheit: Wie hoch sind die Einschaltquoten der gerade angeschauten Sendung? Für derartige Echtzeit-Prozesse fehlt aktuell leider noch die technische Plattform.

- TV-basierte Lesezeichen: Mit einem Mausklick kann man sich die gerade angeschaute Sendung und deren Vorgänger auf dem PC abspeichern und sich so eine Bibliothek anlegen.

Das System benötigt keine spezielle TV-Hardware und soll trotz allem die Privatsphäre des Benutzers gewährleisten. Dies will man durch die Verschlüsselung der aufgenommenden Daten erreichen, zudem kann man das Mikrofon jederzeit deaktivieren. Auch mit Störgeräuschen kam es in ersten Testläufen hervorragend zurecht und präsentierte trotzdem den jeweils passenden Inhalt auf dem Monitor. Die anfallenden Datenmengen will Google in Grenzen halten, indem die TV-Sendungen nur alle 5 Sekunden gespeichert werden. So kann das jährliche Programm eines Senders in weniger als 1 GB untergebracht werden.

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