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Google hält Klickbetrug-Schätzungen für überhöht

09.08.2006 | 14:42 Uhr |

Google hat in einer jetzt veröffentlichten Studie Stellung zum Thema Klickbetrug genommen.

In der 17 Seiten starken Studie How Fictitious Clicks Occur in Third-Party Click Fraud Audit Reports kommt Google zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Anzahl an Klickbetrugsfällen weit niedriger ist als von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angenommen - Auslöser für die Untersuchung waren Schätzungen, dass die Klickbetrugsfälle zwischen 14 und 35 Prozent liegen und Werbende natürlich in der Folge ihre Ausgaben für Online-Werbung verringern könnten.

Allgemein wird als Klickbetrug gewertet, wenn Klicks auf eine Pay-per-click-Werbung mit böswilliger Absicht geschehen. Zum Beispiel, wenn eine Firma auf die Werbung von Konkurrenten klickt, um die Werbe-Ausgaben des Konkurrenten in die Höhe zu treiben. Oder wenn ein Verleger auf Werbung auf seiner Seite klickt, um die Provision zu erhöhen. Der Werbende also für einen Klick zahlen muss, der im Endeffekt zu keinem Geschäft führte.

Das Klickbetrug ein nicht zu unterschätzendes Problem für die Suchmaschinen-Industrie ist, und im Besonderen für die Firma Google, deren Einnahmen zu einem großen Teil durch die Pay-per-click-Werbung erzielt werden, lässt sich dabei an einem aktuellen Rechtsstreit erkennen: Google hat erst vor kurzem einen 90 Millionen US-Dollar teuren Prozess hinter sich gebracht, den Werbende eben wegen Klickbetrugs gegen das Unternehmen einleiteten. Und der Fall ist noch heiß: Einige hundert Werbende sprangen von dem Prozess ab und behielten sich damit letztlich das Recht vor, Google doch noch zu verklagen.

Google hält einige der Methoden, mit denen versucht wird, den Klickbetrug zu messen, für fehlerbehaftet, wie die Studie verrät. Das schwerwiegendste Problem, das das Unternehmen eigenen Angaben zufolge gefunden hat, ist etwas was die Google-Programmierer "fictitious clicks" nennen: Angebliche Klicks auf Google Ads, die aber nie vorgenommen wurden.

Mit der Identifizierung der Mess-Probleme hat Google sich vorgenommen, enger mit den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, ihnen dabei zu helfen, genauere Ergebnisse in die Hand zu bekommen.

Google hat insgesamt drei Gesellschaften - Clickfacts Inc., Click Forensics Inc. und Mordcomm Inc.'s Adwatcher - ausgemacht, deren Methoden zur Identifizierung von Klickbetrug fehlerhaft sein sollen.

Clickfacts Chief Strategy Officer Mikhail Ledvich hat sich bereits zu der Untersuchung geäußert und Googles Studie in Teilen bestätigt. Demnach soll das System von Clickfacts zum Zeitpunkt des Tests (im Februar) noch im Beta-Status gewesen sein. Seitdem soll es aber repariert worden sein, um jene "fictitious clicks" zu vermeiden. Und Googles Aufruf zur Zusammenarbeit begrüßte er als einen Schritt in die richtige Richtung. Click Forensics und Mordcomm haben sich noch nicht zu dem Bericht geäußert.

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