12.05.2011, 11:29

Hans-Christian Dirscherl

Nie mehr Updates

Google greift Notebooks mit Chromebooks an

©Google

Google hat die ersten einsatzbereiten Geräte mit Chrome OS vorgestellt. Die so genannten Chromebooks sollen im Juni auf den Markt kommen und positionieren sich als wartungsfreie Konkurrenz zu Windows-Notebooks. Update: Der Deutschland-Preis für das Samsung Chromebook 5 steht fest.
Die ersten Chromebooks werden von Samsung und Acer produziert. Auf ihnen läuft als Betriebssystem Chrome OS. Chrome OS ist komplett auf das Zusammenspiel mit Cloud Computing ausgelegt, auf dem Chromebook wird also kaum noch Software installiert, stattdessen werden durchwegs Anwendungen verwendet, die auf Cloud Computing-Servern laufen. Und selbstverständlich legen die Anwender auch alle ihre Daten auf Servern ab – auf den Chromebooks steht nur wenig Speicherplatz auf SSDs zur Verfügung. Die Apps sollen sich aber auch ohne Internetverbindung nutzen lassen.
Wer ein Chromebook besitzt, muss also Google vertrauen, weil er Google alle seine Daten in die Hände gibt. Im Gegenzug muss sich der Benutzer nie mehr um Updates, Systemwartung oder das Patchen von Sicherheitslücken kümmern – das übernimmt alles Google und erfolgt auf dem Chromebook automatisch. Ein absolutes Gegenmodell zu Windows-Notebooks also.
Der augenscheinlich größte Unterschied zwischen einem Tablet, beispielsweise mit Google Android, und den neuen Chromebooks mit Chrome OS ist dessen Tastatur. Chromebooks richten sich also an Vieltipper und an Benutzer, die den mobilen Rechner produktiv nutzen wollen. Insofern macht sich Google mit Chrome OS also nicht selbst bei den Android-Tablets Konkurrenz. Stattdessen greift Google mit den Chromebooks wie bereits erwähnt klassische Notebooks und Netbooks an.
Der Verkaufsstart der ersten Chromebooks von Samsung und Acer soll am 15. Juni sein, wie Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O gestern Abend bekannt gab. Als Zielgruppen hat Google sowohl Privatanwender als auch Unternehmenskunden im Visier.

Das sind die ersten Chromebooks

Das Samsung-Chromebook besitzt ein 12,1-Zoll-Display. Es wird in den USA als WLAN-Version 429 Dollar kosten. Die 3G-Variante schlägt mit 499 Dollar zu Buche. Zwei USB-2.0-Ports, ein 4-in-1-Speicherkartenlesegerät, ein Mini-VGA-Port, eine HD-Webcam und eine vollwertige Tastatur samt Trackpad gehören zur Ausstattung. Alle technischen Details zum Samsung-Chromebook finden Sie hier.
Das Acer-Chromebook mit 11,6-Zoll-Display wird zu Preisen ab 349 Dollar angeboten (für die WLAN-Variante). Das Acer-Chromebook besitzt eine HD-Webcam, HD-Audio-Support, zwei USB 2.0 Ports, einen 4-in-1-Speicherkartenleser, einen HDMI-Port und ebenfalls eine vollwertige Tastatur mit Trackpad. Die 3G-Versionen sind in den USA mit Verträgen von Verizon erhältlich.
US-Kunden können die Chromebooks ab dem 15. Juni unter anderem bei Amazon kaufen. Die Chromebooks sollen aber auch außerhalb der USA erhältlich sein, unter anderem in Deutschland. Zu den für Deutschland gültigen Preisen äußerte sich Google nicht.
Speziell für Unternehmenskunden, Schulen und Behörden wird Google ein Abo-Modell anbieten. Zu Preisen ab 28 Dollar im Monat sollen Unternehmen ein Chromebook zur Verfügung gestellt bekommen, bei Schulen und öffentlichen Einrichtungen beträgt die monatliche Gebühr 20 Dollar. Dieses Abo-Modell soll ebenfalls am 15. Juni starten.
Zeitgleich stellte Google ein “In-Application”-Bezahlsystem für seine Web-Apps vor, die über den Chrome Web Store vertrieben werden. Google will an jeder App fünf Prozent des Umsatzes kassieren, der Rest geht an die Entwickler. Damit kassiert Google deutlich weniger bei den Apps als es beispielsweise bei Apps für Android oder iOS üblich ist.
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