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Google beugt sich belgischem Gerichtsurteil

25.09.2006 | 15:53 Uhr |

Google Belgien hat zugestimmt, das Urteil eines belgischen Gerichts bezüglich Google News auf seine Web-Seiten zu stellen. Bislang war das Unternehmen dazu nicht bereit. Auch sind Nachrichten der klagenden belgischen Publikationen aus Google News entfernt worden. Das Urteil akzeptieren will Google aber nicht, der Schritt erfolgte wohl nur aus monetären Beweggründen.

Im Streit zwischen Google und einigen belgischen Publikationen bezüglich der Listung ihrer Nachrichten auf Google News hat Google nun eingewilligt, das komplette Urteil auf seinen belgischen Websites anzuzeigen. Bislang hatte sich das Unternehmen nur dazu bereit erklärt, die beanstandeten Artikel aus Google News zu entfernen.

Google verweigerte laut einem Bericht des IDG News Service die Veröffentlichung des Urteils mit dem Hinweis, dass über diesen Fall bereits ausreichend in der Presse berichtet worden sei. Am Freitag verlor das Unternehmen eine Berufung gegen die Veröffentlichung des Urteils, so die Associated Press (AP). Damit hätte Google ein Strafgeld in Höhe von täglich 500.000 Euro gedroht.

Diese Summe hat wohl auch dazu beigetragen, dass Google nun das komplette Urteil anzeigt, denn in der Sache an sich will man weiterhin gegen den Gerichtsbeschluss wehren. Laut AP will das Unternehmen bei einer Anhörung Ende November 2006 Berufung gegen das komplette Urteil einlegen.

Google News hat dem Unternehmen bereits Ärger in Frankreich eingebracht. So ist dort noch ein Verfahren anhängig, bei dem die Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) Google verklagt hat. Die Agentur vertritt dabei die Auffassung, dass Google kein Recht dazu habe, Nachrichten der AFP, die von anderen Zeitungen veröffentlicht wurden, über Google News anzuzeigen, ohne selbst den AFP-Service abonniert zu haben.

Google muss in Belgien Zeitungsberichte aus Datenbanken entfernen (PC-WELT Online, 18.09.2006)

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