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Google anonymisiert Such-Logs

15.03.2007 | 12:29 Uhr |

Google hat eine Neuausrichtung in Sachen Schutz der Privatsphäre angekündigt, genauer gesagt, die Anonymisierung von Suchanfragen. Suchanfragen von Anwendern sollen nach 18 bis 24 Monaten anonymisiert werden. Die in Mountain View (Kalifornien) beheimatete Firma hat sich zu diesem Schritt entschieden, nachdem sie mit führenden Interessengruppen in Europa und den USA gesprochen hat.

Google bewahrte die Server-Logs von Anfragen bislang für unbestimmte Zeit auf, da es mit ihnen zum einen seine Dienste verbessern kann, zum anderen sind sie für das Unternehmen nützlich, um sich gegen Missbrauch und etwaige Sicherheitsbedrohungen zu schützen. Jede Aufzeichnung beinhaltet Infos zur Anfrage, die IP-Adresse sowie Cookie-Infos.

Nun wurde eine neue Richtlinie angekündigt, die im nächsten Jahr implementiert werden soll. Sie soll die Privatsphäre von Nutzern deutlich besser schützen, wie aus einem Eintrag im offiziellen Google-Blog hervorgeht.

Wenn die neue Richtlinie in Kraft tritt - es sei denn, Google ist gesetzlich anderweitig verpflichtet - werden die Server-Logs zwar weiter aufbewahrt, aber nach 18 bis 24 Monaten anonymisiert. Peter Fleischer (Privacy Counsel-Europe) und Nicole Wong (Deputy General Counsel) erklären im Blog, dass die Such-Anfragen - und auch nur diese - dann nicht mehr mit einzelnen Nutzern in Verbindung gebacht werden könnten.

Interessengruppen, die sich dem Schutz der Privatsphäre verschrieben haben, hatten in der Vergangeheit wiederholt Suchmaschinenbetreiber und Internet Service Provider für die Aufbewahrung von Informationen über die Aktivitäten von Nutzern kritisiert. Die Ankündigung von Google wird daher als ein erster Schritt bezeichnet - es gebe aber noch viel zu tun. Ari Schwartz, stellvertretender Direktor beim Center for Democracy and Technology , erklärte: "Es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung."

"Die Daten für immer und ewig vorzuhalten, kompromittiert deutlich die Privatsphäre von Google-Nutzern", kommentierte Kevin Bankston, Anwalt bei der Electronic Frontier Foundation , die Entwicklung. Bankston sprach sich auch dafür aus, dass der Aufbewahrungszeitraum sogar noch kürzer werden sollte und eine komplette Anonymisierung stattfindet. Außerdem sollte Google seine neuen Richtlinien auch auf Dienste wie Google Mail, Google Calendar, Google Maps und andere Web-basierte Tools ausdehnen, fordert Bankston.

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