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Google als Quelle für Pornografie angeprangert

06.05.2006 | 14:39 Uhr |

Ein Anwalt klagt die weltweite Verbreitung von obszönen Kinderfotos durch die riesige Suchmaschine Google an. Der Anbietet weist die Schuld von sich.

Ein Anwalt aus Nassau (Hauptstadt der Bahamas) greift Google in einer Sammelklage an und beschuldigt die Firma, an der Verbreitung unerlaubter Pornografie beteiligt zu sein und so die Sex-Industrie finanziell zu unterstützen. Zudem bezeichnet er die Suchmaschine als den größten Vertreiber von Kinderpornografie und unterstellt sogar, dass dies ein Teil des Firmenkonzepts sei.

Ein Sprecher von Google entgegnete, dass Kinderpornografie illegal sei und demnach auch von Google verfolgt werden würde. Sobald man derartige Inhalte finde oder darauf aufmerksam gemacht wird, würde dies in der sofortigen Löschung der Bilder resultieren. Weiterhin würden diese Inhalte an die jeweiligen Gesetzgeber weitergeleitet werden, mit denen Google bereits häufig erfolgreich kooperiert haben will. Weiterhin könne mit einem Zusatzangebot namens SafeSearch Inhalte für Erwachsene ausgeblendet werden.

Die gestartete Klage sollte die Verbreitung derartiger Inhalte ebenfalls eindämmen, von einer entsprechenden Suchfunktion, die pornografische Bilder ausblendet, wusste der Anwalt nach eigenen Aussagen hingegen noch nichts. Er strebte eine Regelung an, nach der Personen, die nach Kinderpornografie suchen, mit Warnungen belehrt und an den Gesetzgeber weitergeleitet werden sollen. Diese Verantwortung läge nicht nur bei den Eltern, sondern ebenfalls bei Google, die derartige Inhalte schwerer auffindbar machen sollten.

Am Donnerstag gehen thematisch ähnlich gelagerte Kongreß-Untersuchungen weiter. Im Mittelpunkt steht hierbei ein 13 jähriges Mädchen, welches im Alter von 5 Jahren von einem Pedophilen adoptiert wurde. Dieser verbreitete im Anschluss darauf Nacktfotos von ihr im Internet. Weiterhin versucht die Bush Administration ihren Child Online Protection Act endlich zu ratifizieren, der den Zugriff auf sexuelle Inhalte im Internet eindämmen soll. Dieser scheiterte jedoch vor zwei Jahren, da er das First Amendment nicht beachte.

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