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Street View kommt im Frühjahr 2009

22.10.2008 | 13:13 Uhr |

Kaum ein Projekt von Google ist so umstritten wie die Street View für Google Maps, die Kritiker mitunter als Planungshilfe für Einbrecher ansehen. Doch Google lässt von seinem Plan nicht ab und will die Street View im Frühjahr 2009 in Deutschland einführen.

Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland erklärte jetzt in einem Interview, dass München, Frankfurt und Berlin bereits komplett fotografiert seien. In Köln, Stuttgart, Hamburg, Bremen und in weiteren Städten seien Google Street View Autos noch unterwegs, wie googlewatchblog.de berichtet. Schon jetzt lägen Bilder in der Größenordnung von mehreren Terabytes vor.

Keuchel zufolge soll das Street View-Feature für Google Maps in Deutschland im Frühjahr 2009 mit mindestens drei Städten an den Start gehen. Google lässt sich demnach von der vielfach geäußerten Kritik an der Street View nicht abschrecken. Datenschützer äußerten erhebliche Bedenken und kritisierten, dass mit dem Google-Angebot die persönlichen Lebensumstände der Einwohner noch intensiver ausgeleuchtet werden könnten. Es würde durch Street View ein optischer Rundum-Gesamteindruck vermittelt, ohne vor Ort anwesend sein zu müssen. Hierdurch würde der Betrachter eine optische Vorstellung über die Art und Natur der Bebauung, die äußere Gestaltung von Haus, Wohnung und Garten mit Rückschlussmöglichkeit auf Ausstattung, wirtschaftlichen Wert, Zugänglichkeit, Diebstahlsmöglichkeit und vieles mehr erhalten. Salopp formuliert: Einbrecher könnten bequem von zu Hause aus lohnende Objekte ausspähen. Keuchel wies diese Bedenken mit den Worten zurück: "Kein Einbrecher auf der Welt benötigt ein Produkt von Google, um auf Beutezug zu gehen."

Die Street View-Fahrzeuge von Google sind leicht zu identifizieren: Auf dem Fahrzeugdach sind die Kameras deutlich erkennbar befestigt. Zudem handelte es sich bisher wohl ausschließlich um Fahrzeuge der Marke Opel, genauer gesagt um schwarze Astra.

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