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Google Print: Europa schlägt zurück

28.04.2005 | 18:03 Uhr |

Seit Dezember 2004 digitalisiert Google in Zusammenarbeit mit den grössten Bibliotheken der USA mehrere Millionen Bücher. Europa hat Angst, den Anschluss zu verlieren und kontert mit einer eigenen Initiative.

Google hat sich Großes vorgenommen: In einer Kooperation mit fünf Bibliotheken in den USA möchte der Suchmaschine-Betreiber den Inhalt mehrerer Millionen Bücher für die Online-Recherche zugänglich machen.

Europäische Bibliotheken haben Angst, dass bei der wachsenden Popularität digitalisierter Inhalte die eigenen Buch-Bestände an Bedeutung verlieren könnten. Neunzehn nationale Bibliotheken haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um eine europäische Konkurrenz zur Buchsuche von Google aufzubauen. In einem Projekt, das mehrere Millionen Euro kosten soll, möchten Bibliotheken in Europa ebenfalls ihre Bestände ins Netz bringen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten sie ihre Unterstützung für eine "umfangreiche Digitalisierung des europäischen Kulturerbes".

Unterzeichnende der Erklärung sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, die Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Auch die Britische Nationalbibliothek hat Unterstützung angekündigt.

Frankreich fürchtet Kulturimperialismus

Die Initiative für den Aufstand der Bibliothekare gegen Google kam aus Frankreich: Der Leiter der Französischen Nationalbibliothek Jean-Noel Jeanneney wittert im Google-Projekt Kulturimperialismus der USA. Seine Befürchtung: Andere Sprachen als Englisch gerieten mittelfristig ins Hintertreffen. Das ganze Weltbild künftiger Generationen könnte durch Amerikanische Dominanz definiert werden, so seine harschen Worte.

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