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Google News: Forschungs-Tool oder Weg ins Verlegergeschäft

27.11.2006 | 12:50 Uhr |

Google ist Ende vergangener Woche vor einem belgischen Gericht vorstellig geworden und hat sich gegen ein Urteil verteidigt, wonach Google News dort das Copyright verletze.

In einem Streit mit der belgischen Presse hat Google am Freitag erstmals vor Gericht seinen Dienst Google News verteidigt. Hintergrund: Copiepresse, ein die Autorenrechte vertretendes Unternehmen, hatte eine Klage gegen den Suchmaschinenbetreiber eingereicht. Darin wurde Google die Verletzung von Urheberrechten vorgeworfen - Anstoß wurde daran genommen, wie Google Schlagzeilen und Schnippsel von Artikeln auf Google News abbildet.

Die Anwälte des Suchmaschinenbetreibers bedienten sich für die Verteidigung des Dienstes einer breiten Palette an Argumenten und Überlegungen. So gaben Sie ganz allgemein zu bedenken, dass die "Freiheit News zu verbreiten, nicht von Copyright-Gesetzen beschnitten werden sollte".

Zudem wiesen sie auf europäische Copyright-Richtlinien hin und dass diese versuchen, eine Balance zwischen der Berücksichtigung von Rechten von Autoren und dem Interesse der Allgemeinheit herzustellen. Ein "übereifriger Schutz der Rechte von Autoren könnte das Internet bremsen," erklärte einer der Anwälte dazu. Was die derzeit gängige Art und Weise angeht wie Artikel abgebildet werden, verwies Google darauf, dass Zusammenfassung von Artikeln nur etwa 150 Worte beinhalten und dass die Quelle der Information stets klar benannt sei.

Die Anwälte von Copiepresse lehnten die Argumente von Google rundherum ab und charakterisieren sie als einen Versuch seitens Google, den Dienst lediglich als eine Art Forschungs-Tool zu porträtieren. "Google News ist kein Forschungs-Tool, sondern ein Cocktail an Inhalten", betonte einer der Anwälte von Copiepresse. Die Argumente, die die Copiepresse-Vertreter anführten, versuchten Google dagegen als einen konkurrierenden Verleger in der Online-Welt darzustellen.

Ein Urteil wird Anfang nächsten Jahres erwartet.

Prozess: Google News droht das Aus

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