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Web-Anwendungen mit voller CPU-Power

09.12.2008 | 14:21 Uhr |

Google hat wieder zugeschlagen und das neueste Produkt seiner Google Labs vorgestellt. Das Baby hört auf den Namen Google Native Client. Mit diesem kostenlosen Softwarepaket sollen sich Web-Anwendungen entwickeln lassen, die auf die volle Leistungsfähigkeit der Rechner-CPU zugreifen können.

Der native Code einer mit dem Google Native Client erstellten Anwendung läuft vollständig auf dem Rechner des Anwenders ab. Damit beschleunigt sich erheblich die Ausführung der Anwendung, wie Google verspricht. Eine Webapplikation wie beispielsweise eine Foto-Sharing-Website reagiert damit genauso schnell wie eine Desktop-Anwendung, wenn man zum Beispiel ein Bild bearbeiten will: Bei der bisherigen Lösung, die in der Regel auf Javascript basiert, müsste alle Änderungen am Bild erst auf den Server übertragen und dort ausgeführt werden und die Ergebnisse werden dann wieder im Browser des Anwenders angezeigt. Beim Google Native Client würden laut Google dagegen alle Änderungen am Bild zunächst auf dem Rechner des Anwenders berechnet und dann erst das fertige Ergebnis auf den Server übertragen. Das bedeutet eine erhebliche Zeitersparnis.

Der Download des kostenlosen Google Native Client besteht aus Lautzeitumgebung, Browser-Plugin und Entwicklerwerkzeugen, die den quelloffenen Compiler GCC nutzen. Das Downloadpaket steht für Windows XP und Vista (ohne Vista 64-Bit!), Linux und MacOS bereit. Der Google Native Client ist Open Source, jeder interessierte Entwickler kann daran mitarbeiten und sein Feedback einbringen.

Bei der Browserunterstützung gibt es aber Einschränkungen: So werden zwar Firefox 3 für Linux, Windows und MacOS und Chrome sowie Safari und Opera für Windows unterstützt. Doch den Internet Explorer verschmäht der Google Native Client derzeit noch. Safari wird kurioserweise nur unter Windows, nicht aber auf MacOS-Rechnern unterstützt.

Wenn davon die Rede ist, dass Anwendungen, die im Browser laufen, voll auf den Prozessor des Rechners zugreifen können, dann stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Sicherheit vor Hackerangriffen. Deshalb betont Google, dass Anwendungen für den Google Native Client bestimmte strukturelle Voraussetzungen erfüllen müssen und bestimmte Befehlsfolgen nicht enthalten dürfen. Diese Sicherheitsmaßnahmen soll ein Software-Containmentsystem gewährleisten, das Google als "inner-sandbox" bezeichnet.

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