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Google will Wikipedia Konkurrenz machen

14.12.2007 | 14:48 Uhr |

Google hat mit Google Knol ein neues Projekt vorgestellt, mit dem Wissen gesammelt werden soll. Bisher ist der Dienst nur in einer Beta-Version und nur einer kleinen Schar von Beta-Testern zugänglich. Neue Beta-Tester werden nur nach einer Einladung aufgenommen.

Wie es in der Ankündigung im offiziellen Google-Blog heißt, steht "Knol" für einen Teil von Wissen. Ziel des Projekts sei es, Menschen dazu zu ermuntern, mitzumachen und ihr Wissen zu einem Thema der Allgemeinheit mitzuteilen.

"Es gibt Millionen von Menschen, die nützliches Wissen besitzen und die es liebend gerne teilen würden. Und es gibt Milliarden von Menschen, die davon profitieren könnten", heißt es seitens Google. Man habe zwar mit Google eine Suchmaschine geschaffen, die den Menschen hilft, besser Informationen zu finden, die im Internet stecken. Aber nicht jedes Wissen sei bereits aufgeschrieben worden oder so gut organisiert, dass es leicht zu entdecken ist. Hier soll "Google Knol" Abhilfe schaffen. Die Google-Gründer hätten es sich zur Aufgabe gemacht, einen Weg zu finden, der den Menschen hilft, ihr Wissen miteinander zu teilen. Dies sei auch das Ziel des gesamten Unternehmens Google.

Bisher klingt alles sehr nach einer neuen Konkurrenz zu Wikipedia. Während dort aber mehr die Artikel im Vordergrund stehen und weniger die Autoren, will Google Knol einen anderen Weg gehen. Hier sollen nämlich die jeweiligen Autoren im Mittelpunkt stehen. "Bücher haben einen Autorennamen direkt auf dem Cover, News-Artikel haben eine Verfasserzeile und wissenschaftliche Artikel haben immer einen Autor“, so Google und weist darauf hin, dass sich das Web so entwickelt habe - dass nicht mehr Wert darauf gelegt werde, wer einen Artikel verfasst habe und wer der Autor ist. "Wir glauben, dass das Wissen, wer was geschrieben hat, den Anwendern dabei hilft, besser den Web-Inhalt zu nutzen", heißt es im Google Blog.
Google Knol soll Autoren einfach zu nutzende Werkzeuge bieten, die es ihnen ermöglichen, ihr Wissen aufzuschreiben. Außerdem übernimmt Google die Verbreitung dieser Inhalte und damit das Betreiben der technischen Plattform. "Die Autoren müssen nur schreiben. Wir erledigen den ganzen Rest."

In Google Knol sollen alle Themen-Gebiete abgedeckt werden. Hier will Google keinerlei Grenzen setzen. Zusätzlich verspricht man seitens Google, dass man keinerlei Einfluss auf die Inhalte der Texte nehmen wird. Die vollständige Kontrolle über den Text werde jeder Autor für sich behalten.
Den lesenden Anwendern wird Knol Community-Tools anbieten. Die Leser der Texte werden Kommentare verfassen oder den Inhalt durch ihr Wissen ergänzen können. Außerdem wird es möglich sein, Fragen an den Verfasser eines Artikels zu stellen.

Bleibt die Frage, wie die Qualität der Artikel beurteilt werden soll. Hier vertraut Google auf seine Suchtechnologien, die bereits jetzt die Qualität von Internetseiten bewerten und so entscheiden, an welcher Position bei den Suchergebnissen ein Eintrag erscheinen soll.

Mit einem Klick auf diesen Link ( http://www.google.com/images/blogs/knol_lg.png ) gelangen Sie auf einen Screenshot eines kompletten Artikels zum Thema Schlaflosigkeit. Dem Artikel ist zu entnehmen, welche Möglichkeiten Knol anbieten wird.

Nun bleibt natürlich abzuwarten, wie sich Google Knol entwickeln wird. Während Wikipedia eher auf das Prinzip der kollektiven Intelligenz setzt, beschreitet Knol genau den entgegengesetzten Weg und stellt wieder das Individuum und dessen Wissen in den Vordergrund. Hinzu kommt, dass Google eine Macht im Internet ist, die diese Macht auch in einen derartigen Dienst übertragen kann, um ihm zum Erfolg zu verhelfen.

Was halten Sie von den Plänen zu Google Knol? Sehen Sie das Projekt als eine ernsthafte Bedrohung oder eher als Ergänzung zu Wikipedia?

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