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Finanzkrise beeinflusst Google-Such-Ergebnisse

03.11.2008 | 13:43 Uhr |

Die Banken- und Finanzkrise schlägt sich auch bei den Google-Suchanfragen nieder. So geben deutsche Googlenutzer derzeit verstärkt Stichwörter wie Einlagensicherung, Goldpreis und "Aktien kaufen" ein.

Nach Wegen zur "Einlagensicherung" suchten laut Google die Deutschen bei Google 1150 Prozent häufiger als im Vorjahreszeitraum. Die Suchanfragen nach Preisen von Edelmetallen wie Gold und Silber stiegen um knapp 357 Prozent 118 Prozent. Besonders kurios: Die Deutschen gaben bei Google den Suchbegriff "Handlesen" 65 Prozent häufiger ein als noch vor einem Jahr. Offensichtlich vertrauen viele Deutsche esoterisch-spiritistischen Informationsquellen mehr als den Aussagen von Bankern und Finanzberatern.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick (Vergleich September bis Oktober
2008 mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2007):

* Suchanfragen für alternative Finanzanlagen sind eindeutig gestiegen. Die "Einlagensicherung" ist den deutschen Google-Nutzern dabei am wichtigsten, dieser Begriff allein wurde 1150 Prozent häufiger in das Google-Suchfeld eingegeben. Nach dem Begriff "Goldpreis" wurde 357 Prozent häufiger als noch in 2007 gesucht; nach "Krügerrand" immerhin noch 93 Prozent häufiger.

* Das Interesse am Aktienhandel spiegelte in den Monaten September/Oktober die aktuelle Lage an den Finanzmärkten wider. Nach dem Begriff "Aktien kaufen" wurde 289 Prozent häufiger gesucht.

* Trotz Finanzkrise ist das Kaufinteresse an Konsumartikeln scheinbar ungebrochen. Die Suche nach dem Luxus-Label "Chanel" ist um 25 Prozent gestiegen.

* Trotz Finanzkrise kommt bei den Google-Nutzern die Nächstenliebe nicht zu kurz: So wurde das Wort "Spenden" 148 Prozent öfter bei Google eingegeben als noch im Vorjahreszeitraum.

* Auch wenn der deutsche Nutzer in Krisenzeiten ein unverändert starkes Kosuminteresse zeigt, so ist er doch mehr denn je daran interessiert, wie es in der Zukunft aussehen wird. So haben sich deutsche Google-Nutzer im Zeitraum September/Oktober 65 Prozent öfter für das Wort "Handlesen" interessiert als noch im Vorjahr. Interessant hierbei ist der rasante Anstieg während des Bekanntwerdens der Finanzkrise.

* Die Angst vor "Arbeitslosigkeit" in Folge der Wirtschaftskrise scheint dagegen keine Rolle zu spielen, die Anfragen nach diesem Suchbegriff nahmen im Jahresvergleich sogar um 17 Prozent ab.

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